hallertau.info News

Ein königlicher Abschied

(Wolnzach, hr)

Es war ein wahrlich stattlicher Empfang, genauso wie er ihn sich gewünscht hat. Nicht nur zahlreiche Ehrengäste aus der Hopfen- und Brauwirtschaft – darunter zwei Minister – sondern auch viele ehemalige Hopfenköniginnen waren gekommen, um noch einmal gemeinsam mit Josef Wittmann zu feiern.

„Wenn der Sepp noch einmal ruft, ja dann kommen sie alle“, so begrüßte der neue Präsident Adi Schapfl neben dem derzeitigen Staatsminister Helmut Brunner auch dessen Vorgänger im Amt Josef Miller. Zwei Minister in Wolnzach, das zumindest zeigt schon, welchen Stellenwert der ehemalige Vorsitzende des Hallertauer Hopfenpflanzerverbandes hat.

„Schön reden tuts nicht, die Tat ziert den Mann“, mit diesem Zitat von Adolf Kolping würdigte Landwirtschaftsminister Brunner das was Josef Wittmann über zwei Jahrzehnte für den Verband ehrenamtlich geleistet hat. Nicht nur konnte unter seiner Amtzeit die Hallertau den Weltmarktanteil von 20 auf 40% erhöhen, auch in Sachen Qualität setzte Josef Wittmann Maßstäbe. „Der Weg war nicht immer leicht“, erklärt Johann Pichlmeier, Präsident des Deuschen Hopfenpflanzerverbandes. Vor allem die Umstellung der Verbandsbeiträge kostete viel Überzeugungskraft. Auch das Pflanzenschutz-Monitoring wurde unter seiner Amtszeit eingeführt. Für all diese Verdienste rund ums „grüne Gold“ überreichte ihm Staatsminster Helmut Brunner den bayerischen Löwen.

„Es ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit, dass ein Pflanzer sein Wissen in den Dienst der Sache stellt“, so Dr. Lothar Ebbertz vom Bayerischen Brauerbund. Über 100 Termine im Jahr, dazu Besuche auf Messen, waren keine Seltenheit und kosteten neben der Zeit oft auch Mühe. So galt der Dank an dieser Stelle eben nicht nur Josef Wittmann alleine, sondern auch seiner Frau Anneliese. Sie war es, die ihm über viele Jahre den Rücken für dieses Ehrenamt nicht nur freigehalten, sondern auch gestärkt hat. Vieles konnte er in den vergangenen 20 Jahren umsetzen. „Er war ein Macher, ein Vordenker“, so der Minister. So ist es auch sein Verdienst, dass heute rund 90% aller Hallertauer Pflanzer im Verband sind. Doch Wittmann hatte eben nicht nur Augen für die Hopfenbauern, sondern interessierte sich in gleicher Weise auch für die Belange der Hopfenwirtschaft und der Brauer. „Er hat über die Jahre viele Probleme erkannt und in gemeinsamen Gesprächen nach Lösungen gesucht“, so Peter Hintermeier, Vorsitzender des Hopfenwirtschaftsverbandes.

Nun wäre es mit 59 Jahren, wie Staatsminister Helmut Brunner treffend bemerkte, noch nicht unbedingt Zeit gewesen, in den Ruhestand zu gehen – zumal es für einen Hopfenbauern diesen sowieso nicht gibt – doch für Josef Wittmann war es Zeit, den Stab weiterzureichen. „Ich habe immer betont, dass Fachwarte aktive Pflanzer sein sollen. Das gilt auch in besonderem Maße für den Präsidenten“, so Josef Wittmann.

Doch nach zwanzig Jahren im Dienste für den Hopfen kann man nicht einfach so aufhören. „Du hast in der Vergangenheit viel für den Verband geleistet und dein Rat ist uns auch in Zukunft wichtig“, mit diesen Worten wurde Josef Wittmann von Johann Pichlmeier und Adi Schapfl zum „Ehrenpräsi“ ernannt. Wen der Hopfen einmal gekratzt hat, den lässt er nicht mehr los!

Und auch wenn er nun deutlich mehr Zeit für seine Familie und sein Hobby, die Leichtathletik, hat, der Hopfen wird auch weiterhin eine wichtige Rolle in seinem Leben einnehmen. „Natürlich gibt es große Herausforderungen“, so Adi Schapfl am Ende, „doch wir wollen den Weg weitergehen und auch den Verband in deinem Sinne weiterführen.“ So blieb auch Fritz Winter, der dem scheidenden Präsidenten noch einmal mit seinen G’stazln die Ehre erwies, nicht mehr viel zu sagen.


 

Zurück

Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.