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Zu der neuen Lösung für die Kastner AG

(Wolnzach, )

Seit der Fastenzeit war es ruhig geworden um die mit so viel Engagement betriebene Aussiedlung der Kastner AG aus dem Schloßhof. Nach den manifesten Auseinandersetzungen mit der Bürgerinitiative gegen eine Ansiedlung an der Wendenstraße wurde im Rathaus der Bebauungsplan für das Medienzentrum an der Wendenstraße nicht ins Verfahren gebracht, obwohl praktisch alle Unterlagen beisammen waren. Das heißt nicht, dass dies definitiv ist, aber offensichtlich suchte Bürgermeister Josef Schäch nach einer tragfähigen Alternative. Favorisiert war dabei die Schlagenhauser Mühle III. Bis letzten Donnerstag sollten die Notarverträge mit den Eigentümern dieser Grundstücke unterzeichnet werden. Dabei handelt es sich um Optionen der Marktentwicklungs GmbH, die übertragbar sind auf einen Drittinvestor begrenzt bis 2008. Das Landratsamt hat signalisiert, dass dieses Gebiet für einen großen Industrie-/Bürobau unbedenklich sei. Auch seitens einiger Siedler in Starzhausen, die sich durch Leserbriefe gegen Baugebiete aussprechen, bestehen keine Einwände.

Als Alternative für den Neubau des Medienzentrums hat sich Allershausen angeboten. Die Gemeinde verzeichnet seit Jahren eine Stagnation bei den Gewerbeansiedlungen, kann aber mit noch kürzeren Wegen nach München und zum Flughafen aufwarten als Wolnzach. Das Medienzentrum entstünde unmittelbar neben der Autobahn und hätte damit eine Dauerwebung für sich und seine Firmen. Lediglich der massive Autobahnlärm müsste in der Architektur ausgeglichen werden, was sich aber im Gewerbebau relativ einfach bewältigen lässt. Die Pläne liegen aber derzeit auf Eis.

Deshalb drängt die Kastner AG auf eine schnelle Entscheidung seitens des Marktes Wolnzach und des Landratsamts Pfaffenhofen. Schon 2003 war die Schlagenhauser Mühle III von der Kastner AG angegangen worden. Vom Markt und dem Landratsamt kamen aber keine Verfahrensschritte wie Flächennutzungsplan oder gar Bebaunugsplan. Es sollen Widerstände aus Gosseltshausen dem entgegengestanden sein. Nun scheinen sie nicht mehr zu bestehen. Ja, manche Gosseltshauser wünschen sich explizit eine Investition der Kastner AG vor Ort und sehen die Schlagenhauser Mühle III als Entschädigung für die Schwierigkeiten an der Wendenstraße. Einer der Notarverträge soll dies sogar ausdrücklich beinhalten.

Mit dem Aufstellungsbeschluss des Flächennutzungsplanes für die Schlagenhauser Mühle III als Gewerbegebiet und einem Bebauungsplan - projektgebunden - hat der Gemeinderat einstimmig die Weichen für eine Ansiedlung der Kastner AG an der Schlagenhauser Mühle III gestellt. Hinzu kam die Lösung, das bisherige Areal an der Wendenstraße gegen das neu projektierte und notariell gesicherte der Schlagenhauser Mühle III zu tauschen.

Damit entstehen an der Wendenstraße weitere Wohnungen. Der Trenngürtel zur Wohnsiedlung auf der anderen Seite ("Fuchsberg"/Walter-de-Sagher-Straße etc.) kann als öffentliches Grün für Zirkusse, Reitveranstaltungen, Festzüge und vieles mehr genutzt werden. Der Gemeinde fehlt es bislang an einer ansprechenden größeren Lösung und borgte sie sich von der Familie Kastner stillschweigend, was sicherlich auch etwas unbefriedigend war. Zusätzlich könnte dieses Areal irgendwann doch Wohnbaugebiet werden, zählt also als eingeschränktes Bauerwartungsland. Auch ein Lärmschutzgutachten wurde von der Familie Kastner bereits erstellt. Der nötige Lärmwall wurde aber als nicht attraktiv bewertet. Allerdings ließe er sich durch ein signifikantes Gebäude ersetzen. Auch hierzu bestehen bereits Konzepte.

Diese Entwicklungen liegen nun allerdings in den Händen der Marktentwicklungsgesellschaft, denn die Familie Kastner und die Kastner AG akzeptieren den Tausch, wenn er in bisherig besprochenen Umfang und ohne weitere Kosten erfolgt. Im zeitlichen Rahmen müsste auf beiden Arealen die Flächennutzungsänderungen und Planungssicherheit erreicht werden können. Dann ist ein aktives Mitwirken des Landratsamtes bzw. von Landrat Rudi Englhard nötig. So lange kann also noch nicht von einer endgültigen Lösung gesprochen werden. Erst wenn der Genehmigungsstempel auf dem Bauplan, zumindest auf dem Bebauungsplan steht, ist die "Aussiedlungsodyssee" beendet. Sie währt mittlerweile schon acht Jahre.

Der Bauwerber zeigt sich bei der Ausgestaltung des Medienzentrums kompromissbereit, will aber auf eine ansprechende architektonische Note nicht verzichten. Gegenüber der Planung an der Wendenstraße (Bauabschnitt I) wird flächig ein Stockwerk entfallen, ebenso einer der beiden Strukturtürme (die "Medientürme" bezogen sich immer auf Bauabschnitt II). Ein Modell dazu wird gerade angegangen und könnte schon im August zur Abstimmung mit dem Gemeinderat und dem Kreisbaumeister dienen.

E. Kastner

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