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Kreativer Unterschlupf

(Pfaffenhofen, rt)

 

Ein Ort, an dem unter einem Dach sozusagen geballt Kunst entsteht und erlebbar ist, ist das Kreativquartier „Alte Kämmerei“ in den ehemaligen Räumen der Pfaffenhofener Stadtverwaltung . Davon konnten sich unlängst beim alljährlichen Tag der offenen Tür zahlreiche Besucher überzeugen.

Nachdem in dem Haus an der Frauenstraße 36 erst die Stadtkämmerei und das Einwohnermeldeamt untergebracht waren, sollte es seit dem Jahr 2011 ursprünglich nur als temporäres Zwischenmiet-Projekt dienen. Das war der Start des Kreativquartiers. Bekanntlich ist daraus mittlerweile eine Dauereinrichtung geworden und wird als innovativer und fester Bestandteil der Pfaffenhofener Kulturlandschaft mit Lesungen, Konzerte oder Ausstellungen wahrgenommen.

 

 

Die Verwaltung des Gebäudes liegt in den Händen des Neuen Pfaffenhofener Kunstvereins. Dieser nennt als aktuell dort „residierende“ Künstler Philipp Brosche, Annette Marketsmüller,Peer Debeaux, Andreas Dill, Julia Gandre, Sebastian Daschner, Sami Springer und Michael M.I.A.M.I Lederhofer; die Musiker Philipp Baganz, Pegelia Gold; Dirndl -Aufbereiterin Patricia Reichendörfer, Drucker Peter Riegler dazu die Band „Die dicken Schnösel“, das Musikprojekt „Wir und die Anderen“ sowie der Tätowierer Christian Knispel.

Die „Kämmeraden“, wie die Mieter genannt werden, schätzen den Freiraum, den sie dort genießen und bezahlen eine überschaubare Miete. Jene aus dem künstlerischen Bereichen weniger, die mit einem gewerblichem Hintergrund etwas mehr. Wer sich für ein Atelier, Studio oder Werkstatt dort interessiert, muss eine Bewerbung schreiben, seine Tätigkeit vorstellen und möglichst Arbeitsproben liefern.

Das Schaffensspektrum der Kreativen ist vielseitig und reicht von Ölmalerei über Graffiti bis hin zur Installation. Die Musiker haben im Kreativquartier einen Proberaum, es wird Gesangsunterricht gegeben oder auch Vintage-Dirndl herstellt und verkauft. Die integrative „Kunstschule im Kreativquartier“, ein Angebot der Stadt Pfaffenhofen und des Kunstvereins für Kinder im Alter von vier bis sieben Jahren beziehungsweise von acht bis elf Jahren, ist im zweiten Obergeschoss untergebracht. Gleich nebenan fertigt Carolin Wessollek, die neueste Mieterin, in ihrer Werkstatt individuelle Hundeleinen.

 

 

Als zeitgemäße Förderung der lokalen Kreativbranche, die als Teil eines attraktiven Zukunftsmodells einer lebendigen, kreativen Kommune gesehen wird, und die in der Region ziemlich einzigartig ist, sieht die Stadt Pfaffenhofen das Projekt. Und sie unterstützt es auch, indem sie das Gebäude zur Verfügung stellt.

 

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