Auf die Finger geschaut

Auf die Finger geschaut

Rohrbach

Rohrbach, 17.06.2017 (wk).

Zwei Männer, vier Hände, 20 Finger und viele Gitarren – das bot das Duo „Hands on Strings“ im Rohrbacher „incontri“. Der Saal in der Werkhalle an der Waaler Straße war wieder einmal trotz des herrlichen Sommerwetters draußen gesteckt voll, und die Gäste schauten gebannt auf die Finger der beiden Gitarristen, wie diese so nur über die Saiten ihrer Instrumente flogen.

Thomas Fellow und Stephan Bormann


Der mehrfach preisgekrönte Gitarrist Thomas Fellow und sein kongenialer Partner, der studierte Jazz-Gitarrist Stephan Bormann brillierten bei ihren Stücken wenn sie beide zusammen und auch allein spielten. Sie boten Musik, die sich mit einem ganz groben Begriff „Weltmusik“ zusammenfassen lässt, mal jazzig, mal südamerikanisch – eigentlich von jedem Kontinent etwas. Man kann sagen, dass beide schon seit sehr frühen Jahren im „incontri“ zu Hause sind, denn ihren ersten Auftritt hatten sie im Jahr 2001 und danach waren entweder immer wieder beide zusammen oder einzeln wie Thomas Fellow mit Constanze Friend oder Stephan Bormann mit Duo-Partner mit Jazz- und Soul-Programmen auf der Bühne zu Gast.

 

große Aliquot-Gitarre und kleine Mandolinen-Gitarre für Bluegrass-Musik


Der studierte Gitarrist und frühere Orchestermusiker Thomas Fellow machte während des Auftritts immer wieder die Moderation, stellte gelegentlich die Stücke vor oder wies mit leicht ironischem Unterton darauf hin, dass er mit nur einer Gitarre allein auskomme, währen Stephan Bormann einige Instrumente mehr neben sich stehen hatte, die er alle gekonnt einsetzte und seinen Partner ideal ergänzte. Während einzelner Stücke wechselten beide auch immer mal wieder die musikalische Führung im Stück, so dass beide ihre Soli perfekt spielten. Und bei Stephan Bormanns neuartigen Gitarre, einer Aliquot-Gitarre, die über den üblichen sechs Saiten noch zusätzlich vier weitere Saiten besitzt, die eher Basstöne erzeugen, zeigte er beim Stück „Elevation of Love“ seine perfekte Kunst und dass er einer der vielseitigsten Gitarristen Deutschlands ist. Beide sind als Duo international unterwegs und es ist schön, sie immer wieder mal auch in Rohrbach erleben zu dürfen. Dass das Publikum beide Musiker nicht ohne mehrere Zugaben von der Bühne gehen lassen wollte, versteht sich von selbst, auch wenn sie nach einem flotteren Stück eine ruhigere Weise spielten, konnten sie die Begeisterung der Besucher nicht groß beruhigen, dafür waren sie an diesem Abend einfach wieder zu gut.

 

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