Stammtisch beim Stiangbräu z’Ottersried

Stammtisch beim Stiangbräu z’Ottersried

Ottersried

Ottersried, 15.09.2011 (lot).

Die Museumsfreunde vom Förderverein Deutsches Hopfenmuseum haben sie schon geschafft, die 34 Stufen hinauf zum „Stiangbräu“ in Ottersried, als sie kürzlich ihren Stammtisch in der kleinen Hausbrauerei im Rohrbacher Ortsteil abhielten.

Genau 34 Stufen muss man steigen, denn nur über diese „Stiang“ kommt man in Helmut Schneiders Brauereianlage. Begonnen hat alles als Hobby, sagt der Braumeister, der eigentlich eine Erdbaufirma betreibt: „Andere gehen zum Radlfahren, ich geh zum Bierbrauen“, und mehrmals täglich die Stufen rauf und runter, meint er, sei wohl Sport genug. Unter der Brauereianlage, die er mit Hilfe von Freunde und Bekannten komplett selbst gebaut hat, befindet sich das gemütlich eingerichtete Bräustüberl, in dem immer am Donnerstag der Stammtisch stattfindet, zu dem selbstverständlich jeder kommen darf, der ein gutes Bier zu schätzen weiß. Auf Voranmeldung gibt’s natürlich auch eine Brotzeit, die seine Frau Anita serviert, und so ist die Stimmung im Stüberl vom „Stiangbräu“ stets familiär.

Eigentlich „aus Jux und Dollerei“ begann Helmut Schneider, sein eigenes Bier zu brauen, und als es immer mehr Freunden und Bekannten schmeckte, musste er natürlich erweitern und für seine Brauerei einen eigenen Raum schaffen. „Am Ostermontag vor drei Jahren haben wir ausgehoben“, erzählt er, „ich mit dem Bagger und meine zehnjährige Tochter mit dem Lader – so was geht nur in Ottersried!“ Seitdem braut Helmut Schneider an die 15000 Liter Bier pro Jahr. Da das Braurecht seit 1982 nicht mehr einschränkt, darf man privat bis zu 20000 Liter Bier brauen. Mehr will er auch gar nicht, selbst wenn er daran denkt, seine Hausbrauerei mit einigen neuen Gerätschaften nicht nur zu erweitern, sondern auch umweltbewusster zu gestalten: „Dann wird das heiße Wasser nicht mehr weggeschüttet, sondern die Wärme weiter genutzt“.

300 Liter fasst ein Sud, und sein Bier wird nur in Fassl abgefüllt: „Flaschen gibt’s bei uns keine“, erklärt Helmut Schneider, und wer auf seiner Feier „Stiangbräu-Bier“ trinken will, ruft an und holt sich in Ottersried einfach ein 15er, 20er oder 30er Fassl ab. Morgens um sechs ist er zum ersten Mal in der Brauerei, denn „in der Früh wird das Bier am Besten“, weiß er, „das hat mir mein Lehrmeister, ein erfahrener Mann, beigebracht!“ Außerdem ist sein Bier hopfiger und malziger als andere, „weil wir das Gute drin lassen“, und den Treber, die Rückstände bei der Bierherstellung, fährt er höchstpersönlich in den Wald, für die Rehe: „Die freuen sich darüber – wahrscheinlich tut sich der Jäger dann auch leichter mit dem Schießen!“ Und wahrscheinlich kehrt er dann auch gerne ein beim „Stiangbräu“ in Ottersried.

Die Museumsfreunde aus Wolnzach jedenfalls waren begeistert von der interessanten Führung durch die Brauerei, von Helmut Schneiders humorigen Ausführungen und – nicht zu vergessen – von Brotzeit und Bier.

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