Kopfkino gegen den Strom

Kopfkino gegen den Strom

Unterpindhart

Unterpindhart, 12.10.2015 (rt).

 

Ob denn die Reihenfolge nicht stutzig mache: Einigkeit, Recht und Freiheit … - mit dieser Frage beschäftigt der Kölner Martin Zingsheim am Anfang seines aktuellen Programms „Kopfkino“ sein Publikum und stellt ihm damit eine erste von vielen folgenden Denkaufgaben. Auf der Unterpindharter Kleinkunstbühne zeigte der Kabarettist eine verblüffende Leistung, die auch mit viel Szenenapplaus quittiert wurde.

Jedes Wort ist bei Zingsheim praktisch ein Volltreffer: „Kopfkino“ hatte am 1. Oktober des vergangenen Jahres Premiere und der Kabarettist ist gut eingespielt. So gut, dass er sich eine abenteuerliche Wortakrobatik leisten kann. Mehr als zwei Stunden lang kommt im Dauerbeschuss aus seinem Mund ein Knaller nach dem anderen. Ob auf der Alm, die ausgestattet ist mit dem „einheimischen“ Bangkirai-Holz, wo er nach nur drei Tagen Internet-Abstinenz wieder spricht und nach einer Woche dieses dann auch mit seiner Frau dort tut, oder seine E-Mail mit dem Füller schreibt: Hauptsache gegen den Strom schwimmen. Und wenn es dann irgendwann noch so weit kommen werde, dass sich Politiker in „Leichter Sprache“ verständigten: „Dann wird man alles verstehen!“

Der 30-Jährige, nach dem zweiten Kind zu den Immobiliati gehörend, beherrscht den Umgang mit dem Wort so virtuos, dass man verdammt aufpassen muss, um ja den Witz nicht zu verpassen. „Alle elf Sekunden verliebt sich einer auf Parship - Ich glaube, das ist immer derselbe.“ Als ebenso geniale Beigaben gibt es allenthalben gesungene Einlagen am Keyboard - ebenso ein Genuss.

Der studierte Musik- und Theaterwissenschaftler Martin Zingsheim gewann 2012 den Hallertauer Kleinkunstpreis der Hallertauer Volksbank. Und zwar verdientermaßen, wie die Publikumsreaktionen zeigten.
 

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