Martin Zingsheim gewinnt Hallertauer Kleinkunstpreis

Martin Zingsheim gewinnt Hallertauer Kleinkunstpreis

Unterpindhart

Unterpindhart, 15.05.2012 (ce).

Dieses Mal fiel die Entscheidung besonders schwer, jeder einzelne der angetretenen Kabarettisten war sehr gut. Jury und Publikum hatten beim 17. Hallertauer Kleinkunstpreis die Wahl zwischen einem Kölner Wortakrobaten, einer Mentalbäuerin, Wiener Klinikclowns und einem Dingolfinger Schreiner.
Im ausverkauften Saal des Landgasthofs Rockermeier traten bewährt vier ganz unterschiedliche Kabarettisten gegeneinander an, moderiert von Chris Boettcher. Nach einer launigen Begrüßung durch Chris Boettcher herrschte sofort beste Stimmung im Saal, böse-bayrisch kommentierte er die politische Lage, imitierte Politiker von Seehofer bis Juan Carlos.

Den Anfang machte der erst 27-jährige Martin Zingsheim aus Köln, der mit seinem ersten Kabarettprogramm auftrat und den ersten Preis gewann. „Es ist schön wenn man hört wo die Menschen herkommen und man gleich weiß wo man nicht hin will“, findet Zingsheim, der brillant mit der deutschen Sprache variiert und ebenso hervorragend am Klavier spielt. Sein Programm geht von wenig tiefsinnigen Witzen bis hin zu Balladen, von Politik bis Bachblüten.

Kabarett Blözinger aus Wien spielt seit 2004 zusammen, die beiden fingen als Klinikclowns an und spielen auch heute noch mit wenigen Worten und viel Pantomime. In ihrem Auftritt lüften sie ein Geheimnis – wie Männer mit Trennungen umgehen. Am Lagerfeuer sagen Blicke mehr als herrlich wienerische Worte, wenn das Riesendessous der Ex verbrannt wird oder die Mücken angreifen. Sie erreichten die meisten Lacher beim Publikum und den zweiten Platz

Stefan Otto aus Dingolfing ist im realen Leben Schreiner und seine tief-niederbayrische Herkunft hört man ihm wunderbar an. Christ Böttcher kündigt ihn an als „die männliche Version von Martina Schwarzmann“ und tatsächlich ähnelt er ihr nicht nur optisch ganz verblüffend. Er spielt auf selbstgebauten Instrumenten und auf der Gitarre, geht bei seinem Mix aus umgetexteten Schlagern gut unter die Gürtellinie und wird danach wieder herrlich albern. Damit belegte er den dritten Platz.

Elke Pelz-Thaller aus Reichertshofen belegte den vierten Platz. Die ehemalige Krankenschwester macht Seminarkabarett. Als Städterin auf einem Bauernhof in der Hallertau gelandet, glaubt man ihr sofort, dass hier Kommunikation alles ist. Einen gewissen Charme hat der Umgang im ländlichen Bereich, den sie derb und mit herrlichen Grimassen darstellt. Vom Hofschlachten erzählt sie und von der Bauernbräune, wechselt zwischen Pumps und Gummistiefel.

Bis zum Auszählen der Stimmen unterhält Chris Boettcher, auch dieses mal bezeichnet er den Kleinkunstpreis, ein Stück Eisenbahnschiene als den „schönsten“ Kabarettpreis.
Wilfried Gerling übergibt die Preise nach einem langen Abend, bei dem die Auswahl so schwer fiel wie noch nie. Eigentlich waren alle auf ihre Art gleich gut.
 

 

 

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