„Ilse Aigner“ und „Christine Harderthauer“ bei der Offenen Bühne

Ilse Aigner und Christine Harderthauer bei der Offenen Bühne

Geisenfeld

Geisenfeld, 12.01.2018 (wk).

Die Offene Bühne Geisenfeld erfreut sich wirklich immer größerer Beliebtheit, die auch über die Region hinausgeht. So kamen nicht nur Musiker aus dem Schwarzwald zum Spielen nach Geisenfeld oder auch aus Regensburg, dem Altmühltal und München, sondern auch Kabarettisten aus Garmisch-Partenkirchen/Oberammergau und jetzt zuletzt mit der Darstellerin der Christine Harderthauer und Ilse Aigner beim Starkbieranstich auf dem Nockherberg aus Dorfen.

 
Die Film- und Fernsehschauspielerin Angela Ascher war der Überraschungscoup von Wilma und Michael Bretz für die diesjährige Eröffnung der Offenen Bühne in der Bar „Alisa“. Wilma Bretz, die sich immer rührend um interessante Acts für die Offene Bühne kümmert, hatte Erfolg bei einer Agentur, die eigentlich nur Auftritte gegen Gage vermittelt, doch Angela Ascher hatte von der Anfrage gehört und sich mit Wilma Bretz in Verbindung gesetzt. Sie ist derzeit wieder dabei, ein Kabarettprogramm zu entwickeln und freute sich, einen Teil des Konzeptes vortragen zu können – und der Erfolg an dem Abend gab ihr Recht: die Lacher und viel spontaner Beifall kamen an den richtigen Stellen. Sie sprach über die Rollenverteilung von Mann und Frau, dem Wunsch vieler Frauen nach Freiheit, zum Beispiel für ein Jahr mal ganz ohne Mann und Kinder mit vollkommener Ruhe; sie plädierte dafür, immer die Wahrheit zu sagen, sowohl in der Beziehung als auch gegenüber Kindern und führte vor, in welche Zwickmühlen Frau sich dabei begibt. Sie wünschte sich „richtige“ Männer und führte Martin Schulz und Markus Söder als die unterschiedlichsten Paradebeispiele auf. Sie wurde nach ihrem Auftritt mit einem Riesenapplaus von der Bühne verabschiedet und freute sich sichtlich, wie gut ihr Auftritt ankam, obwohl sie als Schauspielerin in Film- und Fernsehrollen sowie bei ihren jahrelangen Auftritten im Singspiel auf dem Nockherberg zum Starkbieranstich immer hervorragend brillierte.

 
Die Eröffnung des Abends hatte aber dieses Mal, nach längerer Zeit, Joe Bretz mit seinen rockigen Songs, mit denen er die Gäste der sehr gut besuchten Veranstaltung begeisterte. Nach ihm und Angela Ascher kam der inzwischen bei den Gästen ins Herz geschlossene knorrige Liedermacher Rudi Vietz aus Bad Endorf auf die Bühne. Auch jemand, der eine lange Fahrtzeit mit dem Zug auf sich nimmt, um seine Freunde und Fans in Geisenfeld zu besuchen. Bei seinen selbstgeschriebenen Liedern, die sich vielfach auf sein eigenes Leben beziehen, begleitete er sich immer mit einfachen Griffen auf der Gitarre und singt über den heutigen Tag, über das Mädel aus der Vorstadt, die inzwischen auch schon um einiges älter geworden ist, über die Weekend-Love eines in München arbeitenden Vaters und Gatten, der immer nur am Wochenende zu Hause sein kann. Die Gäste waren wieder begeistert und freuten sich über seinen Auftritt, und er stellte zum Schluss fest „Ich kann noch so schlecht spielen, aber Euch gefällts“ – Ruf aus dem Publikum „das ist der Text“!

 
Dann sollte es wieder kabarettistisch werden, denn „Tinte“ und Martin standen auf dem Programm. Martin war dann derjenige, der erst einmal den Saal zum Brüllen brachte, er forderte die Gäste nämlich auf, ganz laut Servus zu rufen, was auch brav gemacht wurde. Er ging auf das Dschungelcamp ein und empfahl, doch lieber den Bayerischen Wald zu nehmen, der wäre nämlich ein richtiger Dschungel mit echten Eingeborenen („Waldler“), mit wilden und giftigen Tieren. Aber statt dorthin, wollte er lieber ins Musikmanagement und einen Künstler fördern, dessen Gage er zu 80 Prozent abkassieren würde, das würde ihm gefallen – und einen Künstler hatte er dabei: „Tinte“ aus Riedenburg, der bereits bei der letzten Offenen Bühne kurz vor seiner Hochzeit seinen ersten Auftritt hatte. Beim Auftritt gab es dann immer ein Wechselspiel zwischen Martin und Tinte. Martin redete zum Beispiel über den mangelnden bayrischen Dialekt, besonders in München, so dass Bairisch bald als Fremdsprache in der Schule angeboten wird – und Tinte spielte Gitarre und sang seine eigenen Lieder auf bairisch.

 
Denen beiden folgte Dana Beer, die zuletzt vor Weihnachten mit ihrer Tochter einen Auftritt im Alisa als Duo „Strawberry Wine“ hatte. Ihre eigenen ruhigen, besinnlichen Lieder waren stark geprägt von persönlichen Erlebnissen, die sie im Stil der Liedermacherinnen auf Englisch sang und die den Beifall des Publikums fanden. Sie sang unter anderem über Pfenniggeiger, die früher für wenig Geld auf Tanzböden oder zu Hochzeiten auftraten, über Sterbebilder oder das Gefühl, nicht stark genug zu sein für alle Anforderungen von Familie oder Umwelt. Den ruhigen Part von ihr führte dann Marco de Majo aus Neufahrn fort, der nicht sang, sondern klassische Gitarrentöne erklingen ließ, selbst bei bekannten Musikstücken der Popmusik. Er schaffte es, mit den ruhigen Melodien, die Gäste zum Lauschen zu bringen, die Gespräche an den Tischen verstummten, dabei war es kein Problem, wenn er vor lauter Aufregung beim Auftritt mal die falsche Saite erwischte – so etwas wird von den Gästen ohne Probleme akzeptiert, denn das ist ja bei einer Offenen Bühne das Gute, dass niemand perfekt sein muss. Die Gäste dankten ihm für seine Musik mit einem kräftigen Applaus.


Wieder ein leuchtender Stern auf der Bühne war die junge Lucia aus Ingolstadt, die die Gäste mit ihrem Gitarrenspiel und den fröhlich, schwungvollen, teilweise auch ruhig besinnlichen Liedern in ihrer eigenen selbst erfundenen Sprache, die etwas spanisch klingt, bezauberte. Lucia, die in der Schule eigentlich kein Interesse an Sprachen hatte, wollte aber Lieder in einer fremden Sprache singen und erdachte sich dann ihre eigene Sprache Korunda. Michael Bretz veranstaltete ein kleines Quizz und bot demjenigen einen Schnaps, der als erster die Sprache der Lieder erraten würde – er konnte sich den Schnaps sparen – und zur Pause hatte Wirt Ali ohnehin schon eine Lokalrunde spendiert. Den Abend beschloss Johannes Riedl mit seinen Songs auf Englisch und Deutsch. Er präsentierte unter anderem ein gerade fertig geschriebenes Lied „Das große stück vom Glück“, das im „Alisa“ seine Premiere feierte. Mit seiner tollen Stimme schaffte er es besonders bei den Damen ein Gänsehau-Gefühl zu produzieren und wurde mit großen Applaus von der Bühne verabschiedet.


Den Termin der nächsten Offenen Bühne ist unter Facebook zu lesen und wird Anfang Februar sein (vorauss. Do., 8.2. – aber bitte nachschauen)
 

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