70 Jahre SV Ernsgaden – ein Sportverein als Sozialstation

70 Jahre SV Ernsgaden – ein Sportverein als Sozialstation

Ernsgaden

Ernsgaden, 09.07.2017 (wk).

Zu einem besinnlichen Festabend als Start zur 70-Jahr-Feier des Vereins hatte der Vorstand seine Mitglieder eingeladen und viele, vorwiegend ältere Vereins- und Vorstandsmitglieder, füllten den Saal des Vereinsheims. Als besondere Gäste waren neben Ehrenvorsitzendem und Ehrenmitgliedern der Landratsstellvertreter Josef Finkenzeller, BLLV-Kreisvorsitzender Florian Weiß und Bürgermeister Karl Huber sowie einige Gemeinderäte erschienen.

Vorsitzender Detlef Meier


Der Festabend sollte die Feierlichkeiten für das 70-jährige Jubiläum einläuten und eine Rückbesinnung auf die vergangenen Jahre sein. Vorsitzender Detlef Meier ging nach dem Festessen auf die Entwicklung des Vereins ein. So trafen sich im Jahr 1947 insgesamt 40 Sportler im ehemaligen Gasthaus Spießberger (heute Schleibinger), um den Sportverein zu gründen. 1965/66 wurde der Sportplatz und das erste Vereinsheim gebaut und eingeweiht, die Fußballmannschaft konnte 1968 in die A-Klasse aufsteigen, 1972 wurde die Wanderabteilung gegründet, 1974 die Gymnastik- und Spielegruppe und später die Tennisabteilung und bei der 30-Jahrfeier 1977 konnte das neue Sportgelände eingeweiht werden; 1979 dann das neue Vereinsheim, das mit viel Eigenhilfe errichtet wurde und heute noch so besteht. Zur 35-Jahrfeier wurde eine eigene Fahne gekauft und eingeweiht und 1990 eine Flutlichtanlage installiert. Die 50-Jahrfeier war für den Ort und Verein ein Supererlebnis und die Erneuerung des Fliesenbodens im Vereinsheim sowie die Außenisolierung rissen ein gro0ßes Loch in die Vereinskasse. Trotzdem konnte 2009 eine Sauna eingebaut werden. 2010 war dann das Jahr der gravierenden Veränderung im Vorstand, da der langjährige Vorsitzende Ludwig Schneider nicht mehr kandidierte. Aber 2010 war auch ein großer Erfolg mit einer „Zelt-Nacht“, die über 700 Gäste anlockte und dem Verein auch eine Traglufthalle für Winter-Tennis bescherte. Die Erweiterung im Vereins-Angebot mit Zumba brachte zusätzlich Mitglieder und die Zumba-Partys sind inzwischen ein „Renner“ wie auch die Veranstaltungen im Zelt mit den „Mehlprimeln“ oder Robert „Dackel“ Hirmer. Detlef Meier stellte mit Bedauern fest, dass es einen solchen Zusammenhalt wie früher, wo die Vereinsheime gemeinsam gebaut wurden, heute leider nicht mehr gebe.

Josef Finkenzeller                     Florian Weiß                           Karl Huber


Landrat Stellvertreter Josef Finkenzeller gratulierte im Namen des Landkreises und unterstrich, dass der SV Ernsgaden mit 700 Mitgliedern, davon 200 Kinder, einer der größten Vereine im Landkreis sei. Der Verein sei wichtig für Kinder und Jugendliche und die Politik auf Kreisebene habe schon früh die Wichtigkeit der Sportvereine erkannt und mit der jährlichen Sportlerehrung auf Kreisebene ein besonderes Zeichen für die Unterstützung des Sports gesetzt und der Verein bereichere mit seinen Aktivitäten das Leben in Ernsgaden. Als kleines Geschenk überreichte er Detlef Meier einen silbernen Landkreisteller.
BLSV-Kreisvorsitzender Florian Weiß wies darauf hin, dass er schon vor 20 Jahren beim 50-jährigen Jubiläum gratulieren konnte und sich freue, auch beim 70. dabei zu sein. Im Namen des Bayerischen Sportverbandes und auch persönlich gratulierte er dem Verein und machte deutlich, dass die 700 Vereinsmitglieder schließlich gut 45 Prozent der Ernsgadener Einwohnerschaft ausmachten – das sei schon ein großer Erfolg. Im Landkreis gebe es 116 Vereine mit gut 49.350 Mitgliedern, und damit liege der Landkreisüber dem Durchschnitt Oberbayerns. Für ihn seien Sportvereine eine Art „Sozialstation“, da Vereine Kostenlose Sozialarbeit leisteten. Als kleines Geschenk hatte er eine Ehrenurkunde sowie ein Geldgeschenk zum Kauf von Sportgeräten mitgebracht.
Für Bürgermeister Karl Huber war Sport die schönste Nebensache der Welt, aber die Vereinsarbeit sei sehr zeitaufwendig und bringe viel Verantwortung mit sich. Der SVE sei ein großer Aktivposten im Ort und bilde „eine große Familie“. Der Verein gehe mit der Zeit und biete immer wieder aktuelle Sportarten an, die auch für die Jugend interessant seien und überreichte als Jubiläumsgeschenk einen Geldbetrag.
Der offizielle Ausklang der Feier endete mit dem gemeinsamen Singen des Vereinsliedes „Rot und Weiß sind unsere Farben“, das 1949 vom früheren Mitglied Fritz Böhm getextet und komponiert wurde. Und auch wenn dieses Lied lange nicht mehr gesungen wurde, so war es doch erstaunlich, dass die meisten das Lied auswendig singen konnten, selbst die noch etwas jüngeren Mitglieder.
Die Jubiläumsfeiern gehen in der Folgewoche weiter mit einem vereinsinternen Stockturnier am 13. 7., einem Freundschaftsspiel der B-Jugend gegen den FC Nassenfeld, der Dorfmeisterschaft der Stockschützen mit abschließendem Kaffee und Kuchen sowie einem Fußballspiel der 1. Mannschaft gegen die Alten Herren des FC 1860 München und abschließendem Weinfest. Am Sonntag, 16. 7. Startet um 9.30 Uhr der Festzug zum Gottesdienst, ab Mittag findet die Tennis-Vereinsmeisterschaft statt, Kinder können sich schminken lassen, basteln und malen und Kinder turnen und zeigen Tanzvorführungen; die G-Jugend spielt gegen die FC Geisenfeld 3, die F-Jugend gegen TSV Großmehring 2 und aus der E-Jugend spielen die Kinder gegen die Mütter, was sicher zu einem Highlight werden kann.
 

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