Mehr Ehrlichkeit gewünscht

Mehr Ehrlichkeit gewünscht

Pfaffenhofen / Feilenmoos

Pfaffenhofen / Feilenmoos , 02.05.2017 (rt).

Hier stellt sich FDP-Landratskandidat Franz Niedermayr eine Seebühne vor, die er als Landrat realisieren würde: „Eine schöne Ecke im Landkreis, wo man auch einmal laute Feste feiern kann, ohne jemanden zu stören.“
 

500 Plakate, 6.000 Briefe, 60.000 Flyer und tagelang auf Tour quer durch den Landkreis. Franz Niedermayr könnten die Anstrengungen einige Pfunde gekostet haben. Doch den Verlust kompensiert der FDP-Kandidat für den Chefposten in der Kreisbehörde womöglich durch einen Stimmengewinn bei den Wählern. Am heutigen Dienstagabend jedenfalls schlossen die Liberalen mit einem geselligen Abend ihren - nach eigenen Worten erfolgreichen - Landratswahlkampf im Haus Feilenmoos ab.

Die Örtlichkeit war nicht ganz zufällig gewählt worden, denn dort, wo heute gefeiert wurde, soll die Seebühne im Feilenmoos entstehen, wenn es nach dem FDPler geht. Das bereits bestehende Wirtsgebäude neben dem Erholungsgelände gehört dem Landkreis, dazu einige idyllisch gelegenen Wasserflächen. Niedermayr, Planer und Diplomingenieur von Beruf, würde das in die Jahre gekommene Haus gerne umwandeln in einen Treffpunkt für junge Leute, für Kulturinteressierte, und mit einer dazugehörigen attraktiven Seebühne den Tourismus ankurbeln.

Nicht drei, sechs Jahre lang bliebe er mindestens im Amt, würde er am 7. Mai gewählt. Ob es dazu kommt, ist gegenwärtig ein großes Fragezeichen. Nicht nur, weil die Wahlbeteiligung diesmal besonders schwer einzuschätzen ist, unter anderem auch darum, weil die SPD ihren Kandidaten erst im Jahr 2020 präsentieren wird. Es ist auch deshalb ein Sonderfall, weil der derzeitige CSU-Landrat Martin Wolf nach seinem schweren Unfall im Krankenhaus liegt und eigentlich keiner so richtig weiß, in welchem gesundheitlichen Zustand er sich dort befindet.

Für Lärmschutz, gegen Windkraftanlagen

„Die Menschen hätten halt gerne gehabt, dass sie ein bisserl mehr erfahren, sich mehr Ehrlichkeit gewünscht“, weiß Niedermayr aus den Gesprächen mit den Leuten während seiner Wahlkampftour. Er bedauerte, dass es keine klaren Aussagen zum Befinden Wolfs gibt. „Vielleicht kommen die ja die nächsten Tage noch - wir wünschen ihm dennoch gute Besserung.“

Seine Positionen sollten mittlerweile bekannt sein, meinte der Liberale. Sprach dann aber doch unter anderem den Lärmschutz an der Autobahn an, der sei sehr wichtig. Klarstellen wollte Niedermayr aber auch, dass er von einem weiteren Ausbau von Windkraftanlagen nichts hält. Seine Erkenntnis dazu habe er aus einer eigenen, früheren Planung dreier Windräder gewonnen, die er als Beteiligter einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (zur Verwaltung einer Landwirtschaft) gemacht habe. „Da sind wir darauf gekommen, das ist ein Blödsinn, sowas brauchen wir nicht.“ Gravierend sei der Flächenverbrauch mit einem Hektar Wald gewesen und wirtschaftlich hätte es sich nicht gerechnet.

Daniel Föst, Generalsekretär der FDP Bayern, trat zum Abschluss auch ans Mikrofon und unterstützte die Positionen Niedermayrs. Die Debatte um Windräder sei völlig ideologisch getrieben. Sträflich sei es schon beinahe, wie sehr Pfaffenhofen den Tourismus vernachlässige. „Ihr habt hier mit Franz Niedermayr einen, der will hier was bewegen.“ Das sei der Anspruch der FDP. „Nicht weil es uns heute schlecht geht, sondern damit es uns auch morgen noch gut geht.“
 

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