Demenz geht alle an

Demenz geht alle an

Pfaffenhofen

Pfaffenhofen, 06.03.2017 ( rt).

Helga Inderwies ist Erste Vorsitzende der Pfaffenhofener Alzheimer-Gesellschaft und referierte kürzlich über die Volkskrankheit Demenz.

 

Im Landkreis Pfaffenhofen gibt es etwa 1.600 Menschen, die an Demenz leiden. Etwa zwei Drittel davon leben zu Hause und werden von ihren nahen Angehörigen betreut. Anlass genug für den Gesundheits- und Pflegepolitischen Arbeitskreis der CSU (GPA) seine vierteilige Veranstaltungsreihe „Gesundheit im März“ mit dieser Thematik zu beginnen.

Den Auftakt machte Helga Inderwies als Erste Vorsitzende der Pfaffenhofener Alzheimer-Gesellschaft im Naturfreunde-Vereinsheim in der Kreisstadt unter dem Titel: "Demenz - Wie können pflegende Angehörige unterstützt werden?"

Dass Alzheimer-Demenz eine Sache fortgeschrittenen Alters ist, mit diesem Irrglauben räumte Inderwies auf. „Es gibt schon 38-Jährigen, die daran leiden.“ Demenz, so meinte sie, gehe alle etwas an. Doch nicht nur für die Betroffenen stellen sich Probleme nach der Erkrankung ein, auch pflegende Angehörige stehen nach der Diagnose vor vielerlei Belastungen. Demenz ist eine stetig fortschreitende schwere Erkrankung bei der Gehirnzellen absterben. Durch Medikamente kann sie nur verlangsamt werden und sie ist lebensbegrenzend.

 

Rücken Gesundheitsthemen im Monat März in den Vordergrund (v.l.): Bundestagsabgeordneter und Mitglied im Gesundheits-Ausschuss des Bundestages Erich Irlstorfer, GPA-Vorsitzender Horst Killer und Landrat Martin Wolf.

 

„Die Krankheit bürdet den pflegenden Angehörigen eine kaum vorstellbare Last auf“, so Inderwies. „Sie begeben sich auf einen Balance-Akt zwischen der Welt des Kranken und der eigenen Welt.“ Häufig komme es deswegen zum Burnout. Und die von der Krankheit betroffenen Menschen selbst kämpften mitunter über viele Jahre hinweg mit veränderten Verhaltensweisen, bei denen alle gewohnten Lösungsstrategien versagten. Besonders schwierig werde es dann, wenn die Pflege-Verantwortung auch noch mit beruflichen Pflichten unter einen Hut gebracht werden müssten.

„Die Demenz verändert den geliebten Menschen massiv, macht ihn häufig orientierungslos, immer hilfsbedürftiger in Alltagsdingen und auch verzweifelt und aggressiv. Dieser Belastung kann auf Dauer niemand ohne Unterstützung und Entlastung standhalten.“ Welche Angebote es dazu gibt, und wer sie unter welchen Voraussetzungen anbietet, das erfuhren die Zuhörer beim Vortrag im gut gefüllten Nebenraum der Gaststätte.

Als eine zukunftspolitische Aufgabe bezeichnete der christsoziale Bundestagsabgeordnete Erich Irlstorfer die Auseinandersetzung mit Demenz. Zu erreichen, dass diese Volkskrankheit - auch in den Pflegegraden – nun auch als eigenständige Erkrankung anerkannt wird, dies sei ein schwieriger Weg gewesen. Im Jahr 2050 werde man in der Bundesrepublik immerhin mit fast sechs Millionen Demenzkranken rechnen müssen.

 

Namhafte Teilnehmer mit CSU-Hintergrund zusammen mit Demenz-Referentin Helga Inderwies.

 

Landrat Martin Wolf (CSU) informiert die Besucher der Veranstaltung über das seniorenpolitische Gesamtkonzeptes im Landkreis Pfaffenhofen. Die unschätzbare Bedeutung der hiesigen Selbsthilfeeinrichtungen stellte er besonders heraus.

Unter der Organisation des GPA-Vorsitzenden Horst Killer wird die sonntägliche Veranstaltungsreihe am 12. März im Vereinsheim Schweitenkirchen fortgesetzt mit dem Thema: „Wege zum abgesicherten Wohnen – Wohnformen im Alter“; es folgt am 19. März im Geisenfelder Gasthaus Glas das Thema „Verbesserung der Pflege durch Pflegegrade statt Pflegestufen mit Erich Irlstorfer als Referenten und schließlich am 26. März „Was bedeutet Digitalisierung in Pflege und Medizin im Alltag“ im Restaurant „La Conca D‘oro“ in Jetzendorf. Beginn ist bei freiem Eintritt jeweils um 10.30 Uhr.

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