Kunstausstellung „Blaue Stunde“ im Haus der Begegnung

Kunstausstellung Blaue Stunde im Haus der Begegnung

Pfaffenhofen

Pfaffenhofen, 06.01.2017 (wk).

Viele Gäste nutzten die Vernissage des Pfaffenhofener Kunstkreises, um die ausgestellten Werke der Künstlerinnen und Künstler aus Pfaffenhofen und Umgebung im Haus der Begegnung zu betrachten, die dort alljährlich zu Jahresbeginn ihre Werke ausstellen. Stadtrat und Referent für Interkulturelles, Heimatpflege, und Integration in Pfaffenhofen ging als Laudator auf die einzelnen Werke ein.


Für Dorothee Bornemann war es die erste Ausstellung, die sie als neue Vorsitzende des Kunstkreises eröffnen konnte und sich über das große Interesse der Gäste freute, unter denen sich auch viele andere KünstlerInnen aus der Region befanden.


Als Obertitel hatte sich der Kunstkreis „Blaue Stunde“ gewählt, und für Reinhard Haiplik war es in seiner Laudatio genau „jene Stunde, in der sich, ähnlich dem Jahreswechsel, Altes und Neues, Vergangenes und Künftiges, Vertrautes und Unerwartetes begegnen“. Die Stunde der Dämmerung, in der die Sonne noch nicht untergegangen ist und in der sich der Abendhimmel eindrucksvoll blau, fast verzaubernd verfärbt; die Stunde, die sensible Seelen zum Träumen verführt, aber auch zu melancholisch-wehmütiger Stimmung; die Stunde die Trennendes verbindet: Tag und Nacht, Hoffnung und Angst und den Wunsch, den magischen Moment festzuhalten und sich andererseits ins Ungewisse forttragen zu lassen. Haiplik erinnerte dabei an den Maler Max Klinger, der versucht habe mit einem seiner berühmten Bilder „Die Blaue Stunde“ einzufangen und an Schriftsteller wie Gottfried Benn und Ingeborg Bachmann, die der „Blauen Stunde“ wunderschöne Verse gewidmet hatten.

 

 
Aus diesen Überlegungen heraus ging Reinhard Haiplik auf die ausgestellten 21 Werke der 15 Künstler ein und hob bei Sonja Frimmers Bild „Das letzte Licht“ hervor, wie die Sonne als glutroter Ball ihr letztes Licht über tiefem Dunkel der Bäume und Halme schickt, die sich mit einem Insekt im Winde wiegen. Oder Dorothee Bornemanns „Jäger in der Dämmerung“, der sich im blauen Licht der Dämmerung vor einem schwarzen Hintergrund auf seinen Nachtflug begibt. Oder wie sich ein Paar bei Heidi Wilhelm nach einem Abendespaziergang auf einer Bank sitzend die schwarze Silhouette ihrer Stadt betrachtet – warme Farben im Vordergrund und der bedrohliche schwarze Schatten der Stadt. Und das Bild von Ingwelde Reinhold inspirierte Haiplik bei seiner Betrachtung zu der Überlegung, ob die Frau mit dem geöffneten Mund und dem vor ihr fliegenden Vogel sich dem Versprechen der Blauen Stunde hingibt oder ob sie der Sucht nach Betäubung und Halbschlaf hingibt, wie eine Literaturwissenschaftlerin die Blaue Stunde nennt.
Als Gastaussteller hatte der Kunstkreis Ernst Eder aus Rinnberg (Rohrbach) eingeladen, der mit seinen Edelstahlskulpturen auch das Thema der Blauen Stunde einfing. Besonders seine Gartenbank mit Ranken und Blütenblättern diene sehr gut dazu, sich gegen Abend zu setzen und zuzusehen, wie sich der Tag dem Ende zuneigt.
Die Ausstellung kann noch bis Sonntag, 22. Januar, bei freiem Eintritt besucht werden. Die Städtische Galerie im Haus der Begegnung ist Montag bis Freitag von 9 bis 12 und 13.30 bis 16.30 Uhr sowie Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Die ausstellenden Künstlerinnen und Künstler (Uwe Albert, Ulrike Blechschmidt, Dorothee Bornemann, Sonja Frimmer, Sigrid Günther, Anna Haindl, Bärbel Klier, Gerda Kohlhuber, Dr. Uwe Quade, Ingwelde Reinhold, Margarete Romsauer, Edda Sedlmaier, Hannegret Thielitz, Gerti Wetterich und Heidi Wilhelm, Ernst Eder) freuen sich, wenn viele Interessierte die Ausstellung besuchen – und ein Tipp: Viele der Werke können zu Preisen zwischen 200 und 400 Euro erworben werden, auch wenn die KünstlerInnen nicht von ihrer Kuns leben können – aber sie leben dafür.

 
Anmerkung (wk): Das Haus der Begegnung sollte ein Haus für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt und Region bleiben und Hobbykünstlern die Möglichkeit von Ausstellungen bieten und nicht mit Ausstellungen überregionaler, professioneller Künstler belegt werden, die scheinbar reges Interesse am Ausstellungsort Pfaffenhofen zeigen. Denn dafür ist die Kunsthalle eher geeignet, da sie deutlich größere Möglichkeiten bietet.

 


 

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