Arlmühle jetzt in Betrieb

Arlmühle jetzt in Betrieb

Pfaffenhofen

Pfaffenhofen, 14.10.2016 (wk).

Nichts geworden ist es mit "Goethe´s Gartenhäuschen" bei der Arlmühle. Der Stadtrat hatte sich damals entschieden, die alte Mühle im Gartenschau-Gelände durch einen modernen Glas-Beton-Zweckbau zu ersetzen statt mit einem Entwurf, der etwas an Goethe´s Gartenhäuschen erinnerte.


Gestern war dann der große Tag nach Fertigstellung der Anlage, die Stromturbine im neuen Arlmühle-Gebäude in Betrieb zu nehmen, damit sie wieder "sauberen" Strom aus erneuerbarer Energie produzieren kann. Das im Durchmesser von sechs Metern große Wasserrad wird in Zukunft 100 Kw im Jahr für gut 30 Haushalte produzieren im Vergleich zur alten Anlage, die gerade mal auf 6-7 Kw kam. Aus ökologischen Gründen hatten sich die Stadtwerke entschieden, ein Wasserrad statt einer etwas kostengünstigeren Wasserturbine einzubauen. Das neue Gebäude soll zukünftig der Bevölkerung einen Einblick in die Stromerzeugung durch Wasserkraft bieten. Neben dem Neubau der Arlmühle wurde auch für die Wassertiere eine "Fischtreppe" mit einem kleinen Umgehungskanal um die Mühle gebaut (Gesamtkosten ca. 500.000 Euro), und wie Bürgermeister Thomas Herker betonte, hätte man dadurch sogar festgestellt, dass es Flußkrebse in der Ilm gebe.


Herker ging in seiner kurzen Rede auf die Geschichte der Mühle ein, die bereits zum Anfang des 12. Jh. erwähnt wurde und im 13 Jh. an das Kloster überging. Sie ist damit das älteste Kraftwerk in Pfaffenhofen, die im Laufe der Zeit ihren Namen wechselte von Rumoltsmühle in Narreltmühle über Arletsmühle und später in Arlmühle. Ende des 19. Jh. hatte die Stadt die Mühle erworben, das alte Mühlengebäude 1904 abgerisen und 1906 erneuert und 1994 wieder abgerissen um ein Pumpwerk für das städtische Wasserwerk zu errichten. Herker betonte, dass es bei der Mühle im Kern um "Energie" gehe und kam auf den Bürgerentscheid zum Thema Windräder zu sprechen. Die Wasserkraft sei für Pfaffenhofen voll ausgeschöpft und mit den bestehenden Photovoltaik-Anlagen und dem Windrat im Lustholz würde der Strombedarf für Pfaffenhofen zu 70 Prozent gedeckt - für die restlichen 30 Prozent seien die 3 Windräder im Förnbacher Forst notwendig. Er selbst geht hoffnungsvoll davon aus, dass sich die Bürger für die Windräder entscheiden, "da die Pfaffenhofener ein grünes Herz haben".


Der technische Leiter der Stadtwerke Dr. Sebastian Brandmayr wies noch darauf hin, dass nicht nur Strom durch das Wasserrad, sondern auch durch eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Mühle geliefert werde. Und neben der Arlmühle wird es nach den Worten von Ulrike Kainz vom Bund Naturschutz im nächsten Jahr zur Eröffnung der Kleinen Landesgartenschau das dritte "grüne Klassenzimmer" im Landkreis neben Scheyern und Wolnzach geben, das von Schulen und auch Bürgern genutzt werden könne. Und Stadtrat Manfred "Mensch" Mayer als Referent für Grünanlagen freute sich, dass zumindest zwei Außenwände des neuen Gebäudes begrünt werden.


Durch den obligatorischen Druck auf den großen Knopf durch Bürgermeister Thomas Herker, Stadtwerkechef Dr. Sebastian Brandmayr und Referent für Energie und Klimaschutz Stadtrat Andreas Herschmann wurde das riesige Wasserrad für die Wasserkraft freigegeben, das sich durch die Trägheit des Wassers zwar erst langsam zu drehen begann bis es sich nach einiger Zeit wirklich flott drehte und Strom produzierte.

Stadtrat Andreas Herschmann, Bürgermeister Thomas Herker, Stadtwerke-Leiter Dr. Sebastian Brandmayr

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