Maibaum Aufstangeln Niederscheyern 2016

Maibaum Aufstangeln Niederscheyern 2016

Pfaffenhofen

Pfaffenhofen, 02.05.2016 (mh).

Maibaum Aufstangeln Niederscheyern 2016


Der Schützenverein Hopfavogl ist ein alt eingesessener Verein in Niederscheyern und für das traditionelle Maibaumaufstellen in dem Pfaffenhofener Ortsteil, zuständig. Der Niederscheyerer Maibaum wird noch traditionell mit der Hand „aufgstangelt“, das heißt, das ganze Dorf feiert ihre starken Männer.


Früher durften nur unverheiratete, junge Männer Hand an die Stangen legen die den Baum Schritt für Schritt von der Waagrechten in die Senkrechte brachte. Stangenhalter oder „Vögler“, das sind die Mannen mit den Hilfsstangen, deren eiserner Haken wie ein Vogel im Flug ausschaut, anscheinend gibt es auch innerhalb der Maibaumgemeinschaft eine Hierarchie. Jedenfalls folgt das Ritual am 1.Mai festen Gesetzmäßigkeiten, die sich nur dem Eingeweihten erschließen. Die Menge und Marke des flüssigen Kraftstoffes, der natürlich umsonst und entsprechend gekühlt, im alten Feuerwehrschuppen bereit steht, ist wichtig, genauso wie die Zuordnung zur Kirchenseite oder Straßenseite.


Gute zwei Stunden dauert das Aufstangeln des Baumes, bis um Punkt 16:00 Uhr, das Kommando „Baum steht“ durch Niederscheyern hallt. Die Wetterlage oder Kondition der Beteiligten spielt keine Rolle, es ist ein Initiationsritual, dem sich auch der zugezogene Neubürger nicht entziehen kann. Tracht ist gern gesehen, aber nicht Pflicht, wem der Wadel fehlt um die Strümpfe zu halten, der darf auch mal den Dresscode wechseln. Landhausmode oder Lederhose aus dem Oktoberfestautomat, wird mit entsprechenden Kommentaren „gewürdigt“.


Die „Schtodara“ stellen ihren Touristenmaibaum alle zwei Jahre mechanisch mit der Feuerwehr auf und das schon am 30.April, wer´s mag. Bürgermeister und Stadträte jedenfalls kommen lieber in die Ortsteile und bringen einen entsprechenden Zuschuss monetärer Art mit. Der Niederscheyerer Baum ist meistens der letzte bei der jährlich wechselnden Maibaumtour, also praktisch Favorit.

Hoffentlich werden nicht irgendwo, in verstaubten Amtsstuben, Vorschriften erlassen, die das „Aufstangeln“ unter „Kuratel“ stellen, denn einen Kult wie den hier, unterhalb der Dorfkirche, in Frage stellen, hätte ungeahnte Folgen.
 

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