Wie aus einer Feuerwehrübung schnell bitterer Ernst werden kann

Wie aus einer Feuerwehrübung schnell bitterer Ernst werden kann

Pfaffenhofen

Pfaffenhofen, 10.10.2015 (wk).


Die Jahreshauptübung der Pfaffenhofener Feuerwehr zusammen mit den Ortsteilfeuerwehren Uttenhofen, Tegernbach und Ehrenberg wurde wegen möglicher Verkehrsstörungen vorher rechtzeitig angekündigt und lockte entsprechend viele große aber vor allem auch kleinere Zuschauer an den Ort des Geschehens, doch plötzlich, mitten in der Übung wurde Großalarm gegeben, es brannte in diesem Fall wirklich, ein landwirtschaftlicher Betrieb in Hettenshausen.


Für die Übung wurde ein Brand im ohnehin schon geräumten dritten Obergeschoss des Altenheims St. Franziskus angenommen, durch den mehrere Personen eingeschlossen und gefährdet waren. Dabei wurde angenommen, dass die Flammen bereits aus dem Dachstuhl schlugen – das Feuer im Gebäude wurde mit Blitzlichtern simuliert. Die Pressevertreter hatten die Möglichkeit, sich vorab im 3. Geschoss umzusehen und auch den rauchfreien und den anderen total verqualmten Bereich zu sehen, bei dem im Übrigen aufgrund des Nebels überhaupt nichts zu sehen war. Die Feuerwehrleute hätten sich im Gebäude durchkämpfen und in dem Nebel nach verletzten Personen suchen müssen. Insgesamt waren 11 „Verletzte“ im Gebäude versteckt, eigentlich alles Jungfeuerwehrleute, die auf einem Schild am Körper ihre „Verletzungen“ und Einschränkungen dokumentiert hatten, darunter der mit 90 Jahren älteste aber passive Feuerwehrmann Walter Schütz, der vielen als einer der Mitfahrer der „Oiden Lies“ bei den Festumzügen bekannt ist.

 

"Verletzte" vor dem Einsatz                               " Verletzter im Feuerrauch"
Außerdem sollten die Feuerwehrleute den Brand von außen bekämpfen und hierzu auch eine Schlauchleitung von der Ilm zum Brandobjekt aufbauen. Vorrang hatte aber die Rettung der eingeschlossenen Personen und die Räumung der vom Brand betroffenen Etage. Aber auch die Betreuung sowie die Versorgung der geretteten Personen waren Aufgaben der Floriansjünger. Im Bereich der Ingolstädter Straße, Spitalstraße, Türltorstraße sowie der Weiherer Straße kam es aufgrund der Übung zu Verkehrsbehinderungen und viele Fahrzeuge wurden umgeleitet.

 
Der Wagen des Einsatzleiters war als erster zur Stelle und musste zuerst bei der Brandmeldezentrale im Gebäude (BMZ) erklären, an welcher Ecke des Gebäudes der Brand ausgebrochen war. Dann kamen in kürzester Zeit die Einsatzbefehle an die Männer und Frauen in den Löschwagen. Auch der Einsatz des großen Leiterwagens war notwendig mit seinem Wendestrahlrohr im Leiterkorb. Als erstes marschierten die Atemschutzträger ins Gebäude, um nach verletzten Personen zu suchen. Sie waren dabei umfangreiche ausgerüstet unter anderem mit Äxten, starken Lampen, Wärmebildkamera und Fluchthauben für die Verletzten. Sie hatten sich bereits auf der Fahrt zum „Brandort“ umgezogen und konnten somit sofort in den Einsatz.

 
Doch dann war die Überraschung groß. Lautsprecherdurchsagen und knappe Befehlen und viele Feuerwehrler stürmten zurück zu den Fahrzeugen. Der Wagen mit der Drehleiter wurde wieder bestückt und die Feuerwehrleute stiegen wieder ein – Verwunderung bei allen Zuschauern und dann stellte sich heraus, dass ein Teil der Übung wegen eines echten Brandes in Hettenshausen abgebrochen werden musste. Doch damit war die gesamte Übung nicht beendet, ein großer Teil der Leute machte weiter und es konnten alle „Verletzten“ gerettet und nach draußen gebracht werden. Aber es gab auch vereinzelt Feuerwehrler, die selbst Unterstützung brauchten, denn der Einsatz forderte sie auch körperlich. Aber insgesamt war es für alle eine gelungene und beeindruckende Übung. Und es kann bei vielen der kleinen Zuschauer der Wunsch aufkommen, selber einmal Feuerwehrler zu werden zu wünschen wäre es den freiwillig tätigen Floriansjüngern, damit es wirklich nicht eines Tages heißt: „Stell Dir vor, es brennt und keiner geht hin“.

 

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