Grüne wollen Thomas Herker als Bürgermeister

Grüne wollen Thomas Herker als Bürgermeister

Pfaffenhofen

Pfaffenhofen, 04.01.2014 (wk).

Ein ungewohntes Bild bot sich dem neutralen Beobachter im Pfaffelbräu bei der Aufstellungsversammlung der Grünen für die Stadtratswahl: Bürgermeister Thomas Herker saß in der Versammlung und wurde nach Aufstellung der Grünen-Stadtratsliste als Bürgermeister-Kandidat der Grünen nominiert. Nicht, dass die Grünen keinen geeigneten Kandidaten gehabt hätten, doch die Zusammenarbeit mit Bürgermeister Herker in den letzten Jahren war so gut, dass die Grünen keine Notwendigkeit sahen, einen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken. Somit ist Bürgermeister Thomas Herker sowohl von seiner eigenen Partei, der SPD, als auch von den Grünen als Kandidat aufgestellt.

Die Versammlung verlief im ruhigen Rahmen. Grünen-Mitglied und Rechtsanwältin Brigitta Winkelmann aus Baar-Ebenhausen, leitete die Versammlung souverän und hatte sich auf alle Eventualitäten vorbereitet. Wichtig war ihr dabei, dass bei den Abstimmungen kein Formfehler auftreten durfte, da sonst ihre Partei nicht zur Wahl zugelassen wäre. – Einig waren sich alle Mitglieder, dass auch Nicht-Parteimitglieder auf der Liste kandidieren dürfen und dass über die vorher diskutierte Liste im Block abgestimmt werden sollte. Die vorgestellte Liste wurde dann auch einstimmige beschlossen. Da aber nur 26 Kandidaten und Kandidatinnen auf der Liste stehen, wurde zusätzlich festgelegt, dass die ersten vier Kandidaten doppelt aufgeführt werden, so dass insgesamt 30 Wahlvorschläge auf dem Stimmzettel stehen.

Die Kandidaten-Liste

01 Furtmayr Angelika; 55 Jahre; Selbstständige EDV-Trainerin und Stadträtin
02 Dörfler Roland; 61 Jahre; Personalberater Arbeitsagentur, Stadtrat, Kreisrat
03 Schnapp Kerstin; 37 Jahre; Medienunternehmerin, Kreisvorsitzende Bündnis/ Die Grünen
04 Reim Wilhelm; 33 Jahre; Gebäudereinigermeister
05 Erdem Aysel; 44 Jahre; Vorstandsmitglied des Internationalen Kulturvereins Pfaffenhofen
06 Singer Bernhard; 54 Jahre; Künstler, Gründer Künstlerwerkstatt e.V.
07 Wurdak Anne; 26 Jahre; Lebensmittelchemikerin
08 Gröller Stefan; 34 Jahre; Werkzeugmacher Automobilindustrie
09 Schratt Eva; 23 Jahre; Rechtsanwaltsfachangestellte
10 Hermann Michael; Inhaber intakt Musikinstitut
11 Bergmeister Agnes; 51 Jahre; Projektkoordinatorin bei Naturland
12 Bongartz Sebastian; Wirtschaftsinformatiker
13 Walter Annette; 50 Jahre; Diplom Forstwirtin, Kreisrätin
14 Strasser Thomas; 31 Jahre; Graphiker
15 Langkopf Monika; 53 Jahre; Maschinenbautechnikerin
16 Kühnel Carsten; 40 Jahre; Busfahrer
17 Drexler Irina; 24 Jahre; Frisörin
18 Lob Julia; 26 Jahre; Erzieherin/KiTa-Leitung
19 Streit-Hörlein Anne; 36 Jahre; Realschullehrerin
20 Ortmann Heiko; 63 Jahre; Rentner
21 Lob Anna-Lena; 20 Jahre; Auszubildende Bürokauffrau
22 Bernd Marco; 31 Jahre; Graphiker
23 Bergmaier Annette; 47 Jahre; Maschinenbautechnikerin
24 Tiryabioglu Hüseyin; 51 Jahre; Arbeiter
25 Häuser – Lob Corinna; 55 Jahre; Altenpflegerin
26 Höfer Klara; 58 Jahre; Rentnerin
Ersatzperson: Schaipp Paula; 65 Jahre; Erzieherin

Bevor es dann zur Aufstellung des Bürgermeister-Kandidaten kam, ging Kerstin Schnapp, die damalige Landtagskandidatin der Grünen, auf die Arbeit der Grünen im Stadtrat in den letzten sechs Jahren ein. Dabei sei viel bewegt worden und die Zusammenarbeit der Bunten Koalition habe gute Früchte getragen, auch wenn es nicht in allen Fragen eitel Sonnenschein gab, trotzdem war die Zusammenarbeit hervorragend, und dies besonders mit Bürgermeister Thomas Herker. Deshalb habe die Partei auch kein Problem, Thomas Herker bei der Wahl zu unterstützen, statt einen eigenen Bürgermeister-Kandidaten aufzustellen. "Wir wollen keinen eigenen Bürgermeister-Kandidaten haben, nur damit er auf der Liste steht und vielleicht ein paar Stimmen mehr bringt", so Kerstin Schnapp.

Bürgermeisterkandidat Thomas Herker

Thomas Herker dankte für das entgegengebrachte Vertrauen und lobte die Zusammenarbeit und die Erfolge, die die bunte Koalition in den letzten Jahren erzielen konnte. "Wir haben uns die letzten sechs Jahre wacker geschlagen", so Herker, "und die 30-seitige Koalitionsvereinbarung ist erfolgreich umgesetzt worden und wird laufend aktualisiert. Wir haben getan, was wir versprochen haben, wir wollten Pfaffenhofen gemeinsam bewegen und müssen uns nicht verstecken". Dabei sei eine neue Kultur der Zusammenarbeit im Stadtrat, eine breite Beteiligung der Bevölkerung und mehr demokratische Prozesse erreicht worden. "Denn die ersten zwei Jahre nach der Wahl hatten die politischen Gegner im Stadtrat Probleme, die Neuerungen anzuerkennen, doch es ist uns in den letzten vier Jahren gelungen, auch diese Parteien für eine gemeinsame Arbeit mitzunehmen". Dass die Wahl im März kein "Selbstläufer" wird, war auch Herker klar, auch sei nicht sicher, dass es im Stadtrat eine stabile Mehrheit für die bunte Koalition geben wird, deshalb müsse in den nächsten Monaten guter Wahlkampf geführt und die Wähler überzeugt werden. "Bürgermeister zu sein ist ein tolles Amt, und ich möchte das auch gerne die nächsten sechs Jahre machen", so Thomas Herker. Zum Schluss ging er auf seine Stellvertreterin Monika Schratt ein und dankte für ihre gute Arbeit, "sie war immer über meine Arbeit informiert und konnte sofort meinen Schreibtisch übernehmen, wenn ich mal ausgefallen bin", so Herker. Dabei erzählte er eine Anekdote aus dem Kreistag kurz nach der Kommunalwahl, bei dem ihm ein CSU-Mitglied sein Bedauern über seine Stellvertreterin Schratt und die zukünftige Zusammenarbeit mit ihr ausdrückte. "Doch diese Einschätzung kam daher, weil Monika Schratt schon immer den Finger in die Wunde gelegt und gesagt hatte, was sie dachte," so Herker.

3.Bürgermeisterin Monika Schratt kandidiert nicht wieder
 

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