CSU positioniert sich zur Zukunft des Hauptplatzes

CSU positioniert sich zur Zukunft des Hauptplatzes

Pfaffenhofen

Pfaffenhofen, 10.08.2017 (hal/rt).

Die Pfaffenhofener CSU bezieht klar Position zu den Hauptplatz-Plänen der Bunten Koalition in er Kreisstadt: „Wir halten die voreilige Sperrung der Hauptplatz-Durchfahrt für falsch und lehnen die zu kurz gedachte Vorgehensweise der Bunten zur Verwirklichung eines autofreien Hauptplatzes ab“, machte der Pfaffenhofener CSU-Vorsitzende Christian Moser jüngst nach einer Vorstandssitzung deutlich.

Durch die Sperrung der Hauptplatz-Durchfahrt werden die Bunten aus Sicht der CSU ein Verkehrschaos in der Schulstraße herbeiführen, da die meisten Kraftfahrzeugfahrer auf diese Straße ausweichen würden, mutmaßt die CSU in einer heute verbreiteten Pressemitteilung dazu. „Wenn die Bunten die Hauptplatz-Durchfahrt sperren, schicken sie die ganzen Autos an der Joseph-Maria-Lutz-Schule vorbei. Sie erhöhen dadurch nicht nur die Gefahr für die dortigen Schulkinder, sondern provozieren einen Verkehrskollaps auf dieser Ausweichstrecke, die ohnehin bereits sehr hoch frequentiert ist“, so Moser. Dieses Übel wiege schwerer als der Durchgangsverkehr durch den Hauptplatz. „Die Bunte Koalition muss, wenn sie diese Idee im Eilverfahren noch bis 2020 durchdrücken will, schon begründen, wie sie diesen Negativfolgen begegnen will“, fasst Moser die Haltung der CSU zusammen. Auf den hohen Durchgangsverkehr in der Stadt könne man nur durch moderne Verkehrssteuerung, eingebunden in ein Gesamtkonzept, reagieren. Zur Verringerung des Verkehrsaufkommens müsse man zudem die Verkehrsverlagerung („modal shift“) durch Ausbau des ÖPNV in den Mittelpunkt rücken.

Auch die Pläne der Bunten zur Verwirklichung eines autofreien Hauptplatzes, an deren Ende vielleicht sogar eine Fußgängerzone stehen könnte, werden von den Christsozialen kritisch gesehen. Natürlich sei eine Fußgängerzone am Hauptplatz wünschenswert, aber nicht zu Lasten der Menschen, die auf das Auto angewiesen seien. „Die Pläne der Bunten dürfen sich nicht entpuppen als: ‚Erst sperren wir die Autos aus und irgendwann später gibt es dann Parkhäuser oder Tiefgaragen als Ausgleich“, sagt Moser. Die CSU begrüße ausdrücklich die Vorgabe, dass es keinen Parkplatzwegfall ohne Kompensation in angemessener Nähe geben dürfe. Aber wer die Erreichbarkeit der Stadtmitte, insbesondere des Hauptplatzes, einschränke, müsse vorher Ausgleichsparkplätze schaffen, nicht nachher. Die CSU fordert daher eine Kompensation der Parkplätze in angemessener Nähe, bevor der Hauptplatz autofrei werden kann. Ansonsten sei es de facto einfach nur ein Hinausdrängen von Bürgern, die auf das Auto angewiesen seien. „Nicht erst sperren und dann die Bürger, die einen Parkplatz benötigen, vielleicht auf Jahre vertrösten“, bekräftigt Moser. „Angemessene Nähe“ müsse zudem definiert werden. Nicht angemessen sei es für die CSU, wenn die Bunten für einen weggefallenen Parkplatz am Hauptplatz einen Parkplatz am Freibad vorschlügen. Dann könne man sich die Diskussion gleich sparen.

Für CSU-Stadtratsfraktionssprecher Martin Rohrmann stellt sich zudem die Frage, welche Standorte den Bunten für die angesprochenen zukünftigen Parkhäuser und Tiefgaragen, die als Ausgleich dienen sollen, eigentlich vorschweben. „Hier müssen die Verantwortlichen zuerst ernsthafte Alternativen anbieten, denn große Würfe sind nicht abzusehen und die Stadt verfügt momentan über keine geeigneten Grundstücke“, gibt Rohrmann zu bedenken.

Zur Parkplatzsituation generell gebe es zwar ein Gutachten, das für die Innenstadt einen Parkplatzüberschuss feststellt, aber der sei für den Bürger nicht spürbar, weil eine Kompensation durch den ÖPNV noch nicht erfolgt sei. „Entscheidend sind ohnehin nicht theoretischen Rechenspiele, sondern die Lebenswirklichkeit. Und Parkplatz ist eben nicht gleich Parkplatz“, so Rohrmann.

„Grundsätzlich sollten wir einen Mittelweg finden, um die Aufenthaltsqualität des Hauptplatzes zu erhöhen und uns nicht überstürzt in radikale Lösungen stürzen. Wir dürfen keinen abhängen“, sagt Moser. Deshalb sei es auch die CSU-Stadtratsfraktion gewesen, die zuerst für den Hauptplatz einen verkehrsberuhigten Bereich im Stadtrat beantragt habe. Bei allen Überlegungen gehe es immer noch um eine oberbayerische Kleinstadt von etwa 25.000 Einwohnern, bei der um die 40 Prozent in den Ortsteilen lebe und ein weiterer hoher Prozentsatz nicht zu Fuß und noch nicht gut genug durch den ÖPNV in die Stadtmitte gelangen könne. „Wir als CSU stehen dafür ein, diese Umstände miteinzubeziehen“.

Eine solche Maßnahme zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität am Hauptplatz, die Teil eines solchen Mittelwegs sein könne, sei für die CSU der neue Spielplatz am Hauptplatz. „Die Zustimmung für diesen provisorischen Spielplatz, gerade junger Familien, während der Gartenschau war unüberschaubar groß. Er erhöht die Attraktivität und Kinderfreundlichkeit. Familien und Kinder gehören auf den Hauptplatz. Deshalb ist die CSU dafür“, so Moser. Voraussetzung für die CSU sei allerdings, dass das Nutzungskonzept Sicherheit, Sauberkeit und Instandhaltung gewährleiste und der Denkmalschutz keine Bedenken habe. Darauf habe CSU-Stadtrat Florian Schranz bereits mehrmals hingewiesen. Der Sandstrand könne aus Sicht der CSU nicht bleiben, da er sich mit dem fest installierten Wasserspiel nicht vereinbaren lasse. Stattdessen könne man noch eine Rollrasenlösung andenken. Vom Nutzungskonzept hängt auch ab, wie viele direkt am Spielplatz angrenzende Parkplätze weichen müssen. Hier fordert die CSU, dass der Ist-Zustand so gut es geht beibehalten wird. „Die Bunten dürfen die Spielplatz-Planungen nicht als Vorwand verwenden, am Hauptplatz wie wild Parkplätze zu tilgen“, so Moser. Die Stadt müsse beides in Einklang bringen.

In diese Kerbe schlägt auch Rohrmann: „Für uns war der Spielplatz ein Provisorium, das nach der Gartenschau wieder weg sollte. Wenn das Nutzungskonzept und die Planungen passen, können wir uns im Stadtrat allerdings eine Zustimmung für eine bessere Aufenthaltsqualität vorstellen. Eine maßvolle Reduzierung der direkt am Spielplatz befindlichen Parkplätze ist darin eingeschlossen. Damit erhöhen wir die Sicherheit für die Kinder.“
 

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