Für mehr Klimaschutz

Für mehr Klimaschutz

Pfaffenhofen

Pfaffenhofen, 12.07.2017 (hr).

„Es geht um nicht weniger als unsere eigene Zukunft“, erklärte Claudia Roth im Rahmen eines Besuchs der Pfaffenhofener Gartenschau. Für sie, wie für viele ihrer Parteikollegen, ist der Klimaschutz das zentrale Thema der kommenden Jahre.

Für die grüne Spitzenpolitikerin war es ein Wohlfühltermin. „Das ist doch einfach herrlich“, so Roth als sie gemeinsam mit der Kreisvorsitzenden Kerstin Schnapp, dem 3. Bürgermeister von Pfaffenhofen, Roland Dörfler und Walter Karl erstmals die kleine Landesgartenschau besuchte. „Ein Großteil der Pfaffenhofener ist absolut begeistert“, erklärte Karl. „Wir spüren das vor allem daran, dass wir wesentlich mehr Dauerkarten verkauft haben“, fügte er an.

So wie viele Besucher zeigte sich Claudia Roth begeistert vom Konzept. „Das ist nicht nur eine Gartenschau, die bleibt, sondern auch ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz“, so die Bundestagsabgeordnete. Auf rund sechs Hektar können die Pfaffenhofener künftig Natur mitten in der Stadt genießen. „Dieses Gelände entlang der Ilm ist das Herzstück von Pfaffenhofen geworden“, erklärt Roland Dörfler, der darauf verwies, dass sich in den renaturierten Bereichen schon nach kurzer Zeit Insekten und Lebewesen heimisch geworden sind.

Für Claudia Roth steht dieses Handeln in einem direkten Zusammenhang zum Klimaschutz. Biodiversität, Artenschutz und auch ein Stück weit die Energiewende wurde in der Gartenschau umgesetzt. Für Roth ein absolutes Vorzeigeprojekt. „Wenn wir jetzt nicht reagieren, dann wird sich die Zahl der Flüchtlinge noch dramatisch erhöhen“, so Roth.

Mit den Ergebnissen, die in Hamburg beim G-20-Treffen erzielt wurden, war Roth aber sichtlich unzufrieden. „Mit dem Pariser Abkommen haben wir wirklich eine gute Basis geschaffen. Doch diese wird durch Politiker wie Trump und Erdoğan aufgeweicht“, erklärt sie. Da verabschieden sich Teile der Welt nicht mehr heimlich, still und leise, sondern offen vom Klimaschutz. Welche Folgen dies haben kann, skizzierten Roth und Schnapp. Aus ihrer Sicht wird es in den kommenden Jahren nicht nur diejenigen Menschen geben, die aufgrund von Kriegen ihre Heimat verlassen müssen, sondern zu dem auch unzählige die durch die klimatischen Bedingungen dazu gezwungen werden. „Wenn wir jetzt nicht reagieren, kann das dramatische Folgen haben“, so Roth.

Auch die Bundestagskandidatin Kerstin Schnapp warb für mehr Umweltbewusstsein. „Wir haben nur diesen einen Planeten“, erklärt sie. Vor diesem Hintergrund fordert die Pfaffenhofenerin mehr Engagement in Sachen Energiewende, aber auch ein Umdenken in der Landwirtschaft. „Wir müssen die Strukturen grundlegend ändern“, so Schnapp. Landwirtschaftliche Fabriken und Massentierhalten sind Punkte, die mit dem Thema Nachhaltigkeit nicht vereinbar sind. „Gerade die großen Monokulturen machen einen erhöhten Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln nötig, was sich wiederum im Grundwasser bemerkbar macht“, fügt sie an. Während Schnapp vor allem die Probleme vor der eigenen Haustür im Blick hat, geht Roth einen Schritt weiter. Für sie ist die industrielle Landwirtschaft maßgeblich mitverantwortlich für die Flüchtlingskrise. „Mit den billig erzeugten Lebensmitteln zerstören wir in Afrika die kleinbäuerlichen Strukturen“, so Roth. Im Ergebnis plädieren beide für eine Stärkung kleiner Strukturen und eine biologische Erzeugung. „Hier müssen wir auch diskutieren, die EU-Mittel anders zu verteilen“, so Schnapp.

Auch beim Klimaschutz forderten beide ein engagiertes Handeln ein. Hier braucht es stärkere Anreize zur energetischen Sanierung von Altbauten, und das Baurecht sollte entsprechend den Klimaschutzzielen angepasst werden. Zwei Forderungen, die für Schnapp die Grundlage bilden, jedoch geht die Bundestagskandidatin noch deutlich weiter. „Wir brauchen auch einen Ausstieg aus der Kohle!“ Nur so können aus ihrer Sicht auch die gesteckten Ziele erreicht werden.

Wie wichtig Klimaschutz tatsächlich ist, das zeigt der Blick auf dem Hopfenbau. Alleine in den vergangenen 30 Jahren haben die Landwirte in der Hallertau einen Anstieg der Durchschnittstemperatur um 2,3 ° Celsius verzeichnet. Welche wirtschaftlichen Folgen dies haben kann, das zeigte die Ernte 2015. Zwar scheint die Welt mit Donald Trump eine andere geworden zu sein, doch gibt es gerade in Europa auch die berechtigte Hoffnung, dass durch reaktionäre Politiker wie Trump das Bewusstsein für ein gemeinsames Eintreten für den Klimaschutz gestärkt wird.


 

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