25 Jahre Habl-Kunst besetzen das Finanzamt
Video 1 anschauenPfaffenhofen, 02.04.2009 (lt).
… und sie stehen ihm gut, dem Finanzamt. Der Pfaffenhofener Aktionskünstler, nein, besser: Der Universalkünstler Manfred Habl hatte in seinem Keller Licht gemacht und Werke aus seiner mittlerweile zweieinhalb Jahrzehnte währenden Schaffensperiode zu einer variantenreichen Ausstellung komponiert, die nun in den Etagen des Finanzamts an der Schirmbeckstraße nicht nur bunte Freude bereitet.
Die Urkräfte des Didgeridoos von Josef Glas läuteten quasi die Vernissage ein, zu der sich einige Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Kultur eingefunden hatte. Ein ausgesprochen gut aufgelegter Amtsleiter Josef Lang überreichte an Manfred Habl – wie zuvor bereits an Reinhard Haiplik – als "Antrittsgeschenk" ein Buch über die Wanderausstellung „200 Jahre staatliche Finanzverwaltung“ mit dem Titel „Der Hüter des Schatzes“ mit den Worten: „Wir haben kein anderes!“ Dafür traf der Titel umso mehr: Lange hatte auch Manfred Habl einen Schatz gehütet, den er nun der Öffentlichkeit als komplexe Werkschau präsentiert.
Reinhard Haiplik, Kulturreferent der Stadt, erinnerte in seiner Laudatio an den Lebensweg des Künstlers, der nach einer schweren Lebenskrise „in der Kunst ein Ventil entdeckt“ habe. Schade allerdings sei, so Reinhard Haiplik, dass sich Manfred Habl in den letzten Jahren auf seine Aktionen reduziert habe, denn er finde besonders seine Bilder – „und ich habe das noch nie so ehrlich gemeint!“ – wunderschön, in den Farben, den Motiven, den Kombinationen.
Sichtlich ergriffen, und doch wieder valentinesk-tiefgründig, erklärte Manfred Habl, Haipliks Laudatio habe ihn auf seine Kindheit zurückgeworfen, so dass er „momentan ohne Worte“ sei. So blieb ihm nur, das Buffet mit Wasser, Brot und Gummibärle zu eröffnen.
Haiplik hat, so stellt sich auf dem Gang durch die Ausstellung heraus, zu Recht bedauert, dass Manfred Habl hauptsächlich als Aktionskünstler bekannt ist. Die Ausstellung in den drei Stockwerken des Amtes präsentiert die breite Palette künstlerischen Schaffens, in der man unbedingt die – wie sagte Haiplik? – wunderschönen Gemälde auf Seide hervorheben muss. Die Namen der Bilder dokumentieren die Wandlungen eines Menschen, der sich trotz aller Krisen stets selbst treu geblieben ist: Aus dem „Quatschkopf“ im „Sturm“, aus dem „Träumer“ im „Trotz“ ist auch unter der Bedrohung von „Datzlwurm“ und „Medusa“ ein „Herkules“ der Kunst geworden – und die Bilder zeigen, dass er es immer schon war.
Reinhard Haiplik hatte in seiner Laudatio also bewusst und zielsicher eine Zeile aus Paul Simons „Boxer“ zitiert: „After changes we are more or less the same“.
Die Ausstellung ist noch bis Juni 2009 zu den Öffnungszeiten des Finanzamtes zu sehen.
Mehr über Manfred Habl auf www.manfred-habl.de
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