Über die BOS zur Professur – Prof. Dr. Markus Staiber im Gespräch

Über die BOS zur Professur – Prof. Dr. Markus Staiber im Gespräch

Scheyern

Scheyern, 07.03.2012 (hr).

Er ist gerade einmal 33 Jahre alt, aber dennoch kann Markus Staiber schon auf eine beachtliche Karriere zurückblicken. Besonders gerne erinnert er sich dabei an seine Zeit in Scheyern. Im Gespräch mit hallertau.info schilderte er nicht nur seinen Werdegang, sondern stellte auch die Bedeutung der Berufsoberschule, als möglichen Weg zur allgemeinen Hochschulreife, heraus.

 

Herr Professor Dr. Staiber stellen Sie sich doch einfach einmal kurz vor.

Markus Staiber: Ich komme aus Unterbechingen im Landkreis Dillingen an der Donau. Nach meiner Mittleren Reife habe ich  eine Ausbildung zum Kaufmann in Grundstücks- und Wohnungswirtschaft begonnen und diese 1997  abgeschlossen. Im Anschluss daran besuchte ich für zwei Jahre die Berufsoberschule in Scheyern. Anschließend absolvierte ich im Rahmen des Anderen Dienstes im Ausland meinen Zivildienst in Irland. Im Jahr 2000 schließlich nahm ich an der Fachhochschule Nürtingen das Studium der Immobilenwirtschaft auf, an der ich heute auch eine Professur habe.

 

Nun ist Dillingen ja schon ein ganzes Stück von Scheyern entfernt. Warum wählten sie gerade diese Schule?

Markus Staiber: Natürlich gab und gibt es auch andere Berufsoberschulen, die ich hätte besuchen können. Beispielsweise Donauwörth. Aber meine Wahl fiel ganz bewusst auf diese kleine Schule in der Nähe von Pfaffenhofen, weil dort zum einen Latein als zweite Fremdsprache angeboten wird, zum anderen war die Lage auch sehr attraktiv. Vor allem dieser familiäre Charakter hatte für mich einen besonderen Reiz. Auch heute habe ich immer noch eine enge Verbindung zu meinen Klassenkammeraden, aber auch zur Schule selbst.

 

Nun hatten Sie 1997 eine abgeschlossene Berufsausbildung. Was führte nun letztlich zu dem Entschluss wieder die Schulbank zu drücken?

Markus Staiber: Bereits während meiner Ausbildung hatte ich schon ein wenig Berührung mit dem Bereich der Immobilienbewertung, und fand dies damals schon überaus spannend und wollte dieses Thema einfach noch mehr vertiefen. Natürlich spielte aber auch der finanzielle Aspekt für mich eine entscheidende Rolle, da ein abgeschlossenes Studium ein höheres Einstiegsgehalt ermöglicht. Verbunden mit diesem ist aber auch ein wesentlich komplexerer und interessanterer Aufgabenbereich. So war es mir möglich nach meinem Studium direkt als Immobiliengutachter zu arbeiten.


Nun haben Sie sich schlussendlich für eine wissenschaftliche Karriere entschieden. Wie kam es dazu?

Markus Staiber: Auch nach meinen Studium wollte ich mich noch tiefer gehend mit diesem Thema beschäftigen. Und so kam es letztlich mit Unterstützung meines Arbeitgebers zur Promotion an der TU Berlin zum Thema Immobilienbewertung. Schul-, Studien- und Arbeitskollegen sagen, dass ich auch komplexe Sachverhalte gut erklären kann. Bei verschiedenen Tätigkeiten sowohl an der Universität aber auch in meiner damaligen Firma, stellte ich fest, dass mir das Unterrichten richtig Freude bereitet. Und so kam es schließlich zu meinem ersten Lehrauftrag.

 

Nun haben Sie schon kurz ihren Weg über die Berufsoberschule skizziert. Wo liegen hier die Vorteile?

Markus Staiber: Der Vorteil liegt klar auf der Hand. Studierende mit abgeschlossener Berufsausbildung haben meist ein klares Ziel vor Augen. Sie wissen genau, was sie wollen, und müssen nicht erst noch nach dem passenden Studiengang suchen. Diese Studenten sind nun nicht nur hoch motiviert, sondern bringen auch durch ihre Berufserfahrung ein enormes Vorwissen mit.

 

Aber haben solche Studenten, sie sind womöglich ja etwas älter, dann auch noch Vorteile bei der Arbeitssuche?

Markus Staiber: Ja gerade durch ihre praktische Erfahrung, dadurch, dass sie berufliche Abläufe kennen, kommen sie wesentlich leichter an gute Stellen. Das beginnt nicht erst bei der Jobsuche, sondern schon bei den Praktika während des Studiums. Firmen schätzen nicht nur die hohe fachliche Qualifikation, sondern die Motivation der BOS-Schüler.

 

Herr Staiber, würden Sie den Weg, wenn Sie die Wahl hätten, noch einmal so gehen?

Markus Staiber: Das kann ich ganz klar mit einem Ja beantworten. Ich würde genau diesen Weg so noch einmal gehen. Insgesamt war ich zwar ein Jahr älter als Schüler die direkt vom Gymnasium kamen, aber ich hatte ja eine abgeschlossene Berufsausbildung und insofern mehr Erfahrung, die mir später zu Gute kam.

 

Herr Staiber ich darf mich bei Ihnen für das Gespräch bedanken.


 

 

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