Eine Macherin verlässt die Schule

Eine Macherin verlässt die Schule

Langenbruck

Langenbruck, 22.07.2017 (rt).

Geht in wenigen Tagen in den Ruhestand: Schulrektorin Katharina Dollinger. Archivfoto: Raths

 

Mit einer großen Feier in der Langenbrucker Grundschule Langenbruck wurde dieser Tage die dortige Rektorin Katharina Dollinger von Schulamtsdirektorin Karin Olesch nach beinahe 42 Jahren als Lehrerin in den Ruhestand verabschiedet. Ihr Wirken war auch geprägt durch künstlerisches Gestalten innerhalb und außerhalb des Schulhauses.

Am Ende dieses Schuljahres ist es so weit: „Es heißt Abschied nehmen als Lehrerin, als Schulleiterin, als Kollegin, von den Eltern und vor allem von den Kindern der Grundschule Langenbruck/Pörnbach. Sie freuen sich schon auf die Zeit danach, aber Sie sind auch noch mit vollem Eifer mittendrin im Geschehen, dabei sind es doch nur noch wenige Tage“, sagte Olesch in ihrer Laudatio. Dollinger sei ein „waschechtes Landkreis-Kindl“ das in ihrer Jugendzeit in der Volksschule in Rohrbach erste eigenen schulischen Erfahrungen gemacht habe. Nach dem Besuch des Gabelsberger Gymnasium in Mainburg und legte sie ihr Abitur im Ingolstädter Christoph-Schreiner-Gymnasiums ab.

Ihr Lehramtsstudium absolvierte Dollinger an der Gesamthochschule Eichstätt und beendeten es 1975 erfolgreich mit der ersten Lehramtsprüfung. Danach trat sie ihren ersten Dienst als Lehramtsanwärterin im Landkreis Pfaffenhofen an und sollte ihn in ihrer schulischen Karriere nie wieder verlassen. Erste Station in der Lehramtsanwärterzeit war die Volksschule Rohrbach, wo sie 1978 auch ihre zweite Lehramtsprüfung erfolgreich bestanden hatte. „32 Jahre blieben Sie dieser Schule treu, zunächst als Lehrerin vor allem in der Grundschule, ab 2002 dann als Konrektorin. Von Anfang an engagierten Sie sich weit über Ihren Unterricht hinaus“, so Olesch. Schon als junge Lehrerin habe sie in der Ausbildung der Referendare mitgewirkt, war Betreuungs- aber auch Praktikumslehrerin und bereicherten die Fortbildungen auf Schulamtsebene zum Thema Freiarbeit.

Besonders bemerkenswert fan Olesch, dass Dollinger als junge Lehrerin in beeindruckender Weise dies alles zusätzlich zu ihrer Rolle als Ehefrau und Mutter von zwei Kindern leistete. „Nie ließ Ihr Engagement nach, sie waren immer belastbar, benötigten keine Auszeit und es gelang Ihnen stets hervorragend, Familie und Beruf in Einklang zu bringen.“ 1993 erwarb Dollinger zusätzlich das Montessori-Diplom und ließen in Ihren Unterricht viele Ansätze dieser Pädagogik einfließen.
„Mit großer Leistungsbereitschaft und Freude gestalteten Sie einen lerneffektiven Unterricht in einem menschlichen, sozial und emotional. Schon in Ihrer allerersten dienstlichen Beurteilung beschrieb man sie als ‚gütige, freundliche Lehrerin, die den Schülerinnen und Schülern den nötigen Freiraum im Denken und Sprechen gewährt“. Man attestierte Dollinger ein „großes Einfühlungsvermögen und eine sichere Wertorientierung“.

2010 wurden ihr aufgrund hervorragender Leistungen die Leitung der Grundschule Langenbruck/Pörnbach übertragen, „die Sie bis heute erfolgreich als Kapitänin durch alle bildungspolitischen Wogen manövrierten. Sieben Jahre leiten Sie nun diese Schule und erreichten Großartiges.“ Olesch bemerkte, dass Dollinger keinen leichten Start an dieser Schule hatte. „Es erfolgte keine ordentliche Übergabe durch den Vorgänger, Sie mussten mit einer nicht gepflegten technischen Anlage zurechtkommen, Sie hatten keinen Hausmeister und hier gab es sehr kritische Eltern - Es begann der Kampf um eine harmonische Kooperation“, so habe es der damalige Schulrat. Beschrieben.

„Aufgrund Ihrer Geradlinigkeit und Ihrer Konsequenz erreichten sie aber die Wertschätzung vieler Beteiligter. Als erstes flogen Sofas und Teppiche aus den Klassenzimmern. Büro und Rektorat wurden verlegt, es entstanden schöne miteinander verbundene Räume.“ In diesem Zusammenhang sagte Olesch auch: „Was ich besonders an Ihnen schätzen gelernt habe, ist Ihre Kompetenz, sich argumentativ mit anderen fair auseinandersetzen zu können.“ Mit Ihrer hohen Führungskompetenz habe sie die Schule zu dem gemacht, was sie heute darstelle – ein Ort zum Wohlfühlen in erster Linie für die Kinder, aber auch für die Lehrkräfte, die mit den Kindern arbeiten. „Ihnen begegneten Sie immer mit großer Wertschätzung. Ihr kontaktoffener, partnerschaftlicher Führungsstil sorgte jederzeit für ein förderliches Klima an der Schule.“

Das Leitbild der Schule „Wir gehen zusammen Hand in Hand“ habe sie vorgelebt und mit Ihrem Kollegium verwirklicht. Achtung, Höflichkeit, Rücksichtnahme, Ehrlichkeit und ein freundlicher Umgang seien die Leitlinien ihres pädagogischen Handelns gewesen. „Dabei vermittelten Sie den Kindern stets eine wertorientierte Haltung, um sie mit den notwendigen Schlüsselqualifikationen auszustatten.“ Zusammen mit Ihrem Kollegium habe Dollinger für die beiden Schulen in Langenbruck und Pörnbach ein Profil herausgearbeitet: „Lesen öffnet uns die Welt“.

Nachfolgerin Dollingers wird die bisherige Konrektorin und Leiterin der Pörnbachere Grundschule, Petra Dorneburg. An der von den Lehrern zusammen mit den Schülern gestalteten Feier nahmen auch Reichertshofens Bürgermeister Franken (JWU), Pörnbachs Bürgermeister Helmut Bergwinkel (FUW) sowie Ortspfarrer Michael Schwertfirm teil und würdigten ihrerseits die Leistungen Dollingers.
 

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