Wer viel sauft, stirbt eher, hat aber doppelt so viel g’sehn

Wer viel sauft, stirbt eher, hat aber doppelt so viel g’sehn

Manching

Manching, 19.03.2012 (th).

Letztes Wochenende startete die Manschuko-Starkbiergaudi im Manchinger Hof. Am Freitag, den 16.3., und Samstag, den 17.3., konnte man das bunte Programm der Faschingsgesellschaft schon bewundern und auch für das nächste Wochenende sind die Karten bereits ausverkauft, so dass insgesamt über 800 Leute den kurzweiligen Ablauf genießen können.

Der Samstagabend begann mit dem Anstimmen der Bayernhymne, wobei für textunkundiges Publikum die erste Strophe am Tisch ausgelegt wurde. Nach dem offiziellen Anstich des Starkbiers durch den ersten Präsidenten der Manschuko-Faschingsgesellschaft Thomas Leistritz, gab „Bruder Barnabas“ Ralf Winkelbeiner sein deftiges Resümee nicht nur der regionalen Politik und Kultur sondern auch der nationalen und internationalen. Egal, ob er von der Finanzkrise sprach („wie ein zugeknöpftes Hemd – Erst am Schluss merkt man, was man am Anfang falsch gemacht hat“) oder von Guttenberg, dessen letzte Fortsetzung seines Buches ‚Vorerst gescheitert‘ „i wird net gscheiter“ heißen sollte, Bruder Barnabas entlockte mit seiner humoristischen Rede dem Publikum viele Lacher.

Ralf Winkelbeiner als "Bruder Barnabas" las den örtlichen Poltikgrößen gehörig die Leviten.

Auch Manchinger Belange kamen nicht zu kurz. Winkelbeiner gelang es immer wieder, gekonnt Kritik einzuflechten; sowohl an Gemeinderatsmitgliedern, die sich noch nie zu Wort gemeldet hatten, außer „als es um die Sitzordnung am Barthelmarkt ging“, als auch an denen, die die „Lautesten im Schimpfen“ seien, aber letztendlich doch nichts verändern wollten.

Aus den offiziellen Unworten der vergangen Jahre „Döner-Morde“ und „Rentner-Schwemme“ kürte er zum Manchinger Unwort des Jahres „Döner-Schwemme“, um Bezug auf die vermehrte Dönerläden-Ansiedlung in Manching zu nehmen. Und das waren nur einige Beispiele seiner rundum gelungen Rede. Auch Bürgermeister Herbert Nerb bekam seine persönliche Abrechnung, egal ob es um seinen neuen Autokauf oder um sein häufiges Erscheinen in der Tagespresse ging. Im späteren Verlauf wurde ihm sogar die Parodie „Jessasna“ des Beatles-Hits „Yesterday“ gewidmet („Wenn’s geht, dann bin i überall ganz vorn mit dabei.“).

"Altbayerisch für Einsteiger" mit (von links nach rechts) Claudia Jungwirth, Sebastian Forchhammer, Alexander Jungwirth und Conny Oberhofer

Im zweiten und dritten Akt folgten kleinere, unterhaltsame Sketche. Besonders begeistert vom Publikum aufgenommen wurde der „Altbayerisch für Einsteiger“-Kurs, eine Adaption der gleichnamigen Reihe des Bayerischen Rundfunks. Die kleinen Eigenheiten des bayerischen Dialekts, wie zum Beispiel das „Bayerische A und O“ wurden hier gelungen parodiert. Die „tierische Unterhaltung“ zweier Schildkröten sorgte ebenfalls, auch wegen des schauspielerischen Könnens von Conny Oberhofer und Rosmarie Plank, für viele Lacher.

Der dritte Akt glänzte mit kurzweiligen komödiantischen Szenen, wie einer bayerischen Parodie von „Herr der Ringe“ oder „Poldis Stammtisch“. Auch der Sketch „Nackt im Taxi“ sorgte für Erheiterung, da Darsteller Marco Filippini plötzlich nackt auf die Bühne rannte. Der Abend endete mit dem „Feuerwehrsong“, in dem wieder vereinzelt regionale Themen aufgegriffen wurden.

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