Kalt, nass aber kein bisschen leise

Kalt, nass aber kein bisschen leise

Manching

Manching, 12.02.2018 (ls).

Die Ingolstädter Straße war gerammelt voll, und das obwohl es der Wettergott mit dem Manchinger Faschingsumzug nicht besonders gut meinte. Einhörner, Wildschweine, Fische und Cowboys trotzen eisigen Temperaturen und gemeinem Schneeregen und feierten auch dieses Jahr wieder die fünfte Jahreszeit. Der Faschingssonntag ist und bleibt für einen Manchinger einfach ein Pflichttermin.


Dass es den Umzug gibt , ist dabei alles andere als eine Selbstverständlichkeit. „Das geht nur, wenn alle mithelfen – Bauhof, Verwaltung, Gewerbeverband und natürlich auch die Manchinger Vereine“, erklärte Bürgermeister Herbert Nerb vor Beginn des Zuges. Dabei sind es nicht nur die Manchinger , die den Ort am Faschingssonntag in den Ausnahmezustand versetzen. Die Volleyball Damen des ESV Ingolstadt sind jedes Jahr als Fußgruppe mit von der Partie, d ieses Mal griffen die Mädels tief in den Farbtopf und setzten dem grauen Schmuddelwetter Flower Power und VW Busse entgegen. Auch der große LKW der Narwalla Ingolstadt durfte nicht fehlen. Zusammen mit den Manschukanern sorgten sie für eine Portion königlichen Blutes in der Faschingsparade.


Einen politischen Seitenhieb gab es von den Unabhängigen Wählern. Als Boandlkramer machten sie auf das Grundwasserproblem der Westenhausener aufmerksam: „Grundwasser nicht verwenden – aber keine Gefahr für Anwohner“, prangerten sie auf ihrem Wagen an. Für reichlich Lacher sorgte die aufwendige Idee einer Ambacher Fußgruppe, als Dixie-Klos machten sie den Umzug unsicher. Mit Abstand am besten für die klimatischen Verhältnisse gerüstet zeigten sich die Wasserwachtler. Die hatten mit viel Aufwand einen beheizten Pool mit Rutsche auf ihren Wagen gebaut und machten nur in Badekleidung gewandet das einzig richtige: Im warmen Wasser den Schneeregen Schneeregen sein lassen.


„Der Manchinger Faschingsumzug ist jedes Jahr ein richtiges Event“, erklärte eine vollkommen durchnässte, aber dennoch Faschings-euphorische Zucheringerin. „Jedes Jahr trifft man dieselben Leute, fast wie beim Barthelmarkt.“ Mit dem Ende des Zuges war es dann noch lange nicht vorbei: Es ist gute Sitte, dass die Party danach erst richtig losgeht. Seitdem das Chicago seine Toren am Faschingssontag nicht mehr öffnet, waren viele Maschkara zwar in der Vergangenheit ein bisschen heimatlos, Alternativen gibt es aber Gott sei Dank genug. An der Manschuko Bar, bei der Metzgerei Huber, im Sportheim oder eben bei den zahlreichen kleinen Privatpartys wurde sich nach dem aufregenden Nachmittag von innen wie außen wieder aufgewärmt.

 

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