Ein Rad greift ins andere

Ein Rad greift ins andere

Wolnzach

Wolnzach, 06.06.2016 (rt).

 

Vor ihrer heutigen Fraktionssitzung haben die "Freien Wähler" in Wolnzach zur Betriebsführung in die Firma WMH Herion geladen. Firmenchef Claude Herion führte seine Gäste zusammen mir dem stellvertretenden Geschäftsführer Andreas Pfafflinger durch die mehr als einen halben Hektar große Fertigungshalle. Das Unternehmen stellt Antriebstechnik vom Standard bis zur Sonderlösung für Kunden aus aller Welt her.

Anja Koch, die erst im vorigen Monat den Vorsitz der Wolnzacher "Freien Wähler" übernommen hat, war sichtlich erfreut über das große Interesse an der Veranstaltung. Nun sind für jene, die dabei waren, Spindelhubgetriebe, Trapezgewindespindeln und Flanschmuttern keine Fremdworte mehr.

Investitionen in Höhe mehrerer Millionen Euro zeigte Herion den staunenden Teilnehmern in Form von computergesteuerten Präzisionsmaschinen. Dazwischen irgendwo in der Halle noch Technik von gestern. Maschinen, die anno dazumal Herions Großvater noch bediente und heute noch immer verwendet werden. Im kommenden Jahr feiert das Unternehmen sein „Zehnjähriges“ am Standort Wolnzach. Es gab zuvor eine bewegende Firmengeschichte. So war im Jahr 2002 die Insolvenz am damaligen Pfaffenhofen zu bewältigen. „Eine schwierige Zeit“, wie Herion am heutigen Abend sagte. Doch sei eine Insolvenz auch eine Chance für davon betroffene Unternehmen, sich neu aufzustellen. Herion hat 2007 in Wolnzach gezeigt, wie es funktionieren kann.

 


Führte die "Freien Wähler" persönlich durch sein Unternehmen: Firmenchef Claude Herion

 

Über 100 Mitarbeiter

Der Marktentwicklungsgesellschaft sei er dankbar für ihr Vertrauen und die Unterstützung, die er von dort erfahren habe. „Wir haben den Befreiungsschlag gewagt - Niederlagen machen einen stark“, sagt Herion. In diesem Jahr, voraussichtlich zum 1. August, werde das Unternehmen ihr damals vereinbartes Ankaufsrecht realisieren und das Grundstück und die Gebäude erwerben. WMH Herion ist im Laufe der Jahre deutlich gewachsen. Von 45 auf aktuell über 100 Mitarbeiter, darunter zwölf Lehrlinge. Der Export - insbesondere in die USA und nach Skandinavien - ist von einem auf 40 Prozent gestiegen.

Weltmarktführer aus Wolnzach

Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter bewegt sich um die 35 Jahre. Mit entsprechender Qualifikation würde man auch Mitarbeiter über 55 einstellen, sagt Herion. Zwei Asylbewerber gehören auch zum Mitarbeiterstamm. Inklusion wird in der Firma gelebt. In der Tat kann sich WMH Herion sehen lassen, wie sich die "Freie Wähler" überzeugen konnten. Überall herrscht Ordnung und Sauberkeit. „Das wird von uns erwartet als Hersteller hochpräzisere Zahnstangen“, so der Chef, gerade neben einem hochmodernen und multifunktionalen Bearbeitungszentrum zur Zahnradherstellung stehend.

 

 

Lediglich zu den Umsatzzahlen schweigt sich der Unternehmer aus. Sie hätten sich in den vergangenen Jahren bis heute „stark verbessert“, sagte er dazu auf Nachfrage knapp. Auskunftsfreudiger wird Herion, wenn es um die Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Ingolstadt geht. Zwei Mitarbeiter seien dort als Dozenten, etliche Studenten machten Praktika, andere seinen mit ihren Master- und Diplomarbeiten beschäftigt. Aber selbst Doktoranden gebe es.

Ganz nebenbei erwähnt er, dass WMH Herion Weltmarktführer für Sonderzahnstangen sei. Und unumwunden merkt Herion noch an: „Wir fühlen uns sehr wohl in Wolnzach.“ Dazu trage auch die „hervorragende Infrastruktur“ bei.

Die rundgeführten Freien Wähler, darunter auch Wolnzachs Vizebürgermeister Georg Guld, waren sichtlich beeindruckt von dem Unternehmen, das mit seinen Produkten weltweit dafür sorgt, dass die Maschinen ihren Dienst zuverlässig verrichten können.

 

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