Hallertauer Volksfest ade?

Hallertauer Volksfest ade?

Wolnzach

Wolnzach, 16.02.2018 (hr).

Eigentlich hatte man noch vergangenes Jahr gedacht, die Kuh wäre mit der Entscheidung in München endgültig vom Eis. Doch schon bevor im Herzen Wolnzachs zum 69. Mal gefeiert wurde hat die Klägerin zur Fristwahrung Klage gegen die geplanten Lärmschutzmaßnahmen erhoben. Nur vier Tage bevor im Bauausschuss die Öffentlichkeit erstmals ausführlich über die genauen Planungen informiert werden soll, flatterte die Nachricht, dass die Klagebegründung eingereicht sei, ins Rathaus.

Eines steht wohl heute mehr denn je fest, eine gütliche Lösung in Sachen Volksfest wird es wohl kaum noch geben, denn mit der nachgereichten Klagebegründung haben nun die Richter am Münchner Verwaltungsgericht das Wort. Die Überraschung war dabei Bürgermeister Jens Machold ins Gesicht geschrieben. „Wir haben uns in der Vergangenheit immer gesprächsbereit gezeigt“, so der Rathauschef. Auch einem gemeinsamen Treffen mit Landrat Martin Wolf und der Petentin habe man in Januar zugestimmt.

Insgesamt scheint die Entwicklung im Fall „Hallertauer Volksfest“ symptomatisch. Über viele Jahre zieht sich der Streit um Lärmwerte und das persönliche Empfinden nun schon hin. Grundsätzlich wurde dabei von der Klägerin aber immer verneint, dass es um das Traditionsfest an sich gehe. Mit dieser Entwicklung ist man nun deutlich schlauer. Nicht der Lärm steht im Zentrum, sondern das Volksfest. Anders lässt sich diese Klage zu diesem Zeitpunkt nicht erklären.

So stehen heute mehr denn je das große Fragezeichen über dem 70. Volksfest. „Wir werden gemeinsam mit unserem Anwalt die Erwiderung der Klagebegründung vorbereiten, die wir bis jetzt noch nicht kennen“, so Bürgermeister Jens Machold. Eine Stellungnahme der Klägerin liegt im Rathaus vor, aber eine Veröffentlichung jedoch wurde dem Rathauschef untersagt. Ob dies haltbar ist wird derzeit geprüft. „Grundsätzlich möchte ich die Bürger umfassend über die neuen Entwicklungen informieren“, so Machold weiter. Dass seitens der Marktgemeinde ein Höchstmaß an Transparenz an den Tag gelegt wurde, zeigen dabei nicht nur die vielen Gesprächsversuche, sondern auch der offene Umgang mit dem Thema. Im Hinblick auf die Klägerin kann man diese Offenheit nicht bestätigen. Hier wurde sich konstant Gesprächen in Wolnzach, Pfaffenhofen und zuletzt in München verweigert. Somit dürfte klar sein – es geht nicht um die Sache sondern nur um den Streit und das Volksfest per se.

So stellt sich die Frage, wie es weitergehen wird? „Wir wollen an den geplanten Maßnahmen, die mit allen Behörden abgestimmt sind festhalten“, erklärte Bürgermeister Jens Machold. Auch eine erneute Standortdiskussion kommt nicht nur aufgrund der vielen positiven Rückmeldungen im vergangenen Jahr, sondern mehr noch wegen der Aussagen der Städteplanerin Barbara Hummel nicht in Frage. Hummel hatte sich in der vergangenen Gemeinderatssitzung eindeutig für den Volksfestplatz ausgesprochen.

„Mich überrascht diese neue Entwicklung nicht“, erklärte der Landtagsabgeordnete Karl Straub, betonte jedoch auch: „In den vergangenen Jahren wurde an vielen Stellen hart daran gearbeitet, dass wir mit diesem Volksfest die gesetzlichen Vorgaben einhalten können. Persönlich bin auch auch überzeugt, dass diese Maßnahmen tragen.“ Nachdenklich äußerte sich Straub hinsichtlich des Zikrus Tonelli. „Ob und in wie weit dies im Klageverfahren eine Rolle spielt weiß ich nicht, aber ich werde auch hier alles dafür tun, dass diese Tradition über den 90 Geburtstag hinaus bestehen kann“, so Straub.
 

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