Sanierungsfall Hopfenmuseum?

Sanierungsfall Hopfenmuseum?

Wolnzach

Wolnzach, 12.10.2017 (hr).

Eigentlich ging es um den Haushalt des Deutschen Hopfenmuseums. Ein Umstand, der für sich genommen erst einmal wenig spektakulär ist. Man redet über Besucherzahlen ebenso wie Einnahmen und Ausgaben. Doch diese Sitzung des Zweckverbandes hatte trotz vieler positiver Aspekte, zwei Themen, die gewisse Fragen aufwerfen.


Schon im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass das Thema Brandschutz beim Bau nicht entsprechend den Vorgaben gelöst worden war. So wurden jetzt auch entsprechende Fachplaner eingeschalten, die am Ende - so viel wurde in der Zweckverbandssitzung deutlich - dringenden Handlungsbedarf sehen. Grundsätzlich gehen die Versäumnisse bis in die Bauphase zurück. Diese müssen nun korrigiert werden. Allein für das kommende Jahr sind aus diesem Grund Investitionen von über 100.000 Euro fällig.


Eine Summe, die nicht aus dem laufenden Museumsbetrieb heraus beglichen werden kann, wie Kämmerer Markus Rieder erläuterte. „Wir sind in diesem Bereich nicht mehr in der Lage, alleine durch die Einnahmen und die vereinbarten Zuschüsse von 51.500 Euro je Mitglied, den Verwaltungshaushalt auszugleichen", so Rieder. In diesem Jahr wurde so seitens der Gemeinde Wolnzach eine Sonderzulage von 33.200 Euro fällig. Laut Satzung muss der Markt das Defizit, das jenseits des Zuschusses liegt, alleine tragen.


Dass nun Museen, ähnlich wie Büchereien oder Schwimmbäder Einrichtungen sind, die eine unglaubliche Bereicherung für die Kommune darstellen, ist klar. Andererseits sind diese oft auch kaum in der Lage den Vermögenshaushalt auszugleichen, was am Ende die Politik auf den Plan ruft. Aus der öffentlichen Hand muss dann nicht nur das Defizit der laufenden Kosten getragen werden, sondern auch die Finanzierung der Investitionen übernommen werden.


In diesem ganz speziellen Fall waren es für das Jahr 2017 Planungskosten. Nicht nur die Situation im Brandschutz, sondern auch das marode Dach musste untersucht werden. Insgesamt zwei Positionen die mit rund 15.000 Euro den größten Posten im Vermögenshaushalt, der 23.000 Euro umfasst, darstellen. Auch diese Kosten sollten ursprünglich abzüglich der Rücklage von 3.800 Euro gedrittelt werden. Womit Bezirk, Kreis und Kommune je 6.400 zu tragen gehabt hätten.


Doch aus eben dieser Kostenübernahme verabschiedete sich Bezirkstagspräsident Josef Mederer mit den Worten, dass im Bezirk derzeit schon der Haushalt schon für 2018 beraten wird und man nicht im Oktober einen für 2017 beschließen kann. Die Konsequenz: Den Zuschuss zum Vermögenshaushalt behielt sich der Bezirkstagspräsident vor.


Eine Einschätzung die Kreiskämmerer Walter Reisinger nicht teilen konnte. „Wir können dies überplanungsmäßig in 2017 abwickeln", so seine Aussage zur späten Haushaltsberatung. Warum man in diesem Jahr deutlich später daran war hatte auch einen Grund. Man wollte dem Zweckverband eben ein geprüftes Konzept für den Brandschutz vorlegen. Somit wirft die Haltung des Bezirks in diesem Punkt, der selbst über ein Haushaltsvolumen von zwei Milliarden Euro verfügt, doch einige Fragen auf.


Fragen, die aber letztlich nicht die einzigen waren. Denn neben den Kosten in Sachen Brandschutz, steht auch eine aufwendige Sanierung des Daches auf der Agenda. Hier ist nicht die Rede von einigen Ausbesserungsarbeiten, sondern einer kompletten Instandsetzung des Flachdaches - und das nach einem Zeitraum von kaum mehr als zehn Jahren. So stehen letzten auch die Fragen über die damalige Planung und die Bauausführung im Raum.


Gerade vor diesem Hintergrund war dann die Forderung von Lorzenz Reich, Vorstand des Museumsvereins, mit einigen Fragezeichen zu versehen. Er hatte in den Raum gestellt, dass auch in der Lagersituation deutlicher Handlungsbedarf besteht und dies vor allem auch mit der Größe der Maschinen, die dem Museum überlassen werden begründet werden kann. „Wir werden hier handeln müssen", so seine Einschätzung. Sein Vorschlag: ein Anbau oder die Nutzung der Siegelhalle. Zwei Ansätze, die aber kaum Chancen auf Verwirklichung haben. „Vielleicht gibt es eine andere Lösung", so Bürgermeister Jens Machold und brachte nicht mehr genutzte Stallungen ins Spiel. Eine Möglichkeit, die auf wenig Gegenliebe seitens des Vereins stieß.
So dürfte künftig vor allem in Bezug auf die Investitionen am Hopfenmuseum spannend bleiben, denn die Dachsanierung, die für 2019 geplant ist, wird mit einem hohem Betrag zu Buche schlagen. Wie vor diesem Hintergrund ein Anbau die Lagerräume finanziert werden kann, ist mehr als fraglich.
 

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