Der Duft des Hopfens im Bier

Der Duft des Hopfens im Bier

Wolnzach

Wolnzach, 06.09.2017 (hr).

Wer liebt ihn nicht, diesen herrlichen Duft, der sich während der Hopfenernte über die Hallertau legt. Es ist ein feines, würziges Aroma, das das grüne Gold versprüht und das einem regelrecht in die Nase springt. Gerhard Stanglmayr versucht, diesen einzigartigen Geschmack in einem Bier festzuhalten.

Nun wird der eine oder andere vielleicht sagen, Hopfen im Bier, das ist nicht Besonderes. Soweit auch richtig. Das Einzigartige liegt daran, dass der Braumeister das „grüne Gold“ direkt vom Feld nimmt. „Das sind einfach wunderschöne Aromen, die bei der Trocknung zum Teil verloren gehen“, erklärt er.

Es sind genau diese feinen Hopfenöle, die seit einigen Jahren in der gesamten Brauwelt für Furore sorgen. Craft-Biere, oder handwerklich gebrauter Gerstensaft, sind heute wieder in aller Munde. Auf das Grünhopfenbier von Gerhard Stanglmayr trifft dies gleich in mehrfacher Hinsicht zu. Es ist eine kleine Brauanlage, eine mit der der Braumeister zuvorderst neue Rezepte entwickelt aber auch auf Märkten nach historischen Vorgaben braut. Jeder Schritt ist Handarbeit.

Während die Würze langsam zu kochen beginnt, greift Stanglmayr mit beiden Händen in den erntefrischen Hopfen. „Das macht für mich das Bierbrauen aus“, erklärt er. Nicht die Bitterstoffe, oder die Alphasäure stehen für ihn im Fokus, sondern das Aroma des Hopfens. „So frisch bekommt man ihn nur einmal im Jahr“, fügt der Braumeister an. Und so gibt es auch kein festes Rezept. „Man braucht einfach ein Gefühl für den Hopfen und das Bier“, erklärt der Braumeister, während er den frischen Hopfen in die Würze gibt. Insgesamt acht unterschiedliche Biere möchte er in den nächsten Tagen kreieren und setzt dabei auch auf die traditionellen Sorten, wie den Hallertauer Mittelfrüher oder den Hersbrucker, die er jeweils erntefrisch in den Sudkessel geben wird. „Das Aroma des Hopfens ist in diesem Jahr wirklich sehr gut“, fügt er an.

Der Larsbacher geht dabei aber noch einen Schritt weiter. Sein Grünhopfenbier soll in Barriquefässern reifen. Die Fässer, in denen zuvor Whiskey gelagert wurde, sollen seinem Bier noch einmal eine ganz andere Note geben. Man darf also gespannt sein, welches Aromenspiel sich aus Hopfen und Holzfass ergibt.
 

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