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Gisela und Stephan an historischer Stätte

(Scheyern, rs)

Die Hochzeit der bayerischen Herzogstochter Gisela mit dem ungarischen Fürstensohn Stephan fand im Jahr 995 in Scheyern statt. Das unter der Leitung von Stefan Daubner und Ágnes Erdélyi entstandene Musical "Gisela und Stephan" kehrte nun mit zwei Aufführungen im Wittelsbacher Saal des Klosters Scheyern an die historische Stätte zurück. Szenenapplaus und kaum enden wollende Beifallskundgebungen des Premieren-Publikums zeugen von einer rundum gelungenen Inszenierung und Aufführung.

Auch wenn man es kaum wahrhaben mag: bei den Solisten auf der Bühne handelt es sich in nahezu allen Fällen um Schüler des Pfaffenhofener Schyren-Gymnasiums. Dies scheint umso unglaublicher als sie in ihrer jeweiligen Rolle eine Ausstrahlung und Souveränität an den Tag legen, die als geradezu professionell in den Zuschauerreihen empfunden wird. Überhaupt ist in der gesamten Aufführung von Darstellung über die Musik bis hin zu Kostümen und Technik alles fein abgestimmt und perfekt. Ein Ensemble bestehend aus den 14 Solisten, einem gemischten, 40 Mitglieder starken Chor und einer Tanzgruppe muss man erst einmal derart harmonisch abgestimmt auf die Bühne bringen und ins rechte Licht setzen - "Chapeau" daher an die Leitung und die Technik der Aufführungen.


Stephan trifft seine Gisela unter dem Scheyrer Kreuz

Die Christianisierung der Ungarn, persönliche Machtpläne weltlicher ebenso wie geistlicher Würdenträger sowie die ganz persönliche Kennenlern- und Liebesgeschichte zweier Fürstenkinder, die anfangs so gar nicht voneinander zu begeistern waren, das stellt den Handlungsrahmen des Musicals dar. Stephan hatte sich nämlich seine Herzallerliebste schon im Kreis des ungarischen Adels ausgesucht, Gisela sich für ein Leben im Kloster entschieden, worauf die Pläne des Fürsten Geza (Stephans Vater) und von Prinz Heinrich (Giselas Bruder) jedoch in keiner Weise Rücksicht nehmen.


von links: Ádám Koncz (Geza), Michael Schutte (Heinrich), Marie Ardey (Gisela) und Daniel Sauer (Stephan)

In den Hauptrollen singen und spielen Marie Ardey als Gisela und Daniel Sauer als Stephan. Die weiteren Solisten-Rollen sind besetzt mit Hannah Gräf (Zofe), Jonas Wilhelm (Bote), Michael Schutte (Heinrich), Marta Baranda Menayo (Äbtissin), Jakob Grüner (Bischof Adalbert), Alexander Riebold (Bayerischer Bischof), Ádám Koncz (Geza) und Jannick Fuchs (Hermann). Die Rolle der drei Fräuleins teilen sich bei den unterschiedlichen Aufführungsterminen Kristina Krnicka, Magdalena Kufer, Helena Meinersmann, Eva Rath, Anneliese Schutte und Anna Daubner. Für sehenswerte Einlagen sorgt ein Tanzensemble in der Choreographie von Elvira Ihne-Landesberger. Musikalisch begleitet wird das historische Musical von einer Band mit Bläsern der Münchener Musikhochschule sowie Christiane Sauer, Roland Scheerer und Wolfgang Jung. Die Gesamtleitung der Aufführungen hat Stefan Daubner.


Geschafft - diesjährige Premiere mit Auszeichnung auf die Bühne gebracht!

Über die 3 Akte betrachtet erlebt das Publikum die passende musikalische Umsetzung zur jeweils aktuellen Gefühlslage: melancholisch, teilweise geradezu dramatisch wirkende Begleitung zu Beginn - passend zu den Stimmungen der Protagonisten, die sich in einen nicht gewollten Lebensweg gedrängt fühlen - geht über in Soul, Swing und Samba-Rhythmen, als die sich abzeichnenden gefühlsmäßigen Entwicklungen ins Positive wechseln. Selbst ein Gstanzl als Tribut an bayrische Traditionen fehlt nicht im Repertoire.

Bei den Aufführungen des Musicals "Gisela und Stephan" handelt es sich um eine deutsch-ungarische Koproduktion unter der Schirmherrschaft von Endre Graf Eszterházy, des Ungarischen Botschafters in Deutschland, Dr. Peter Györkös und der Präsidentin des Deutsch-Ungarischen Freundeskreises Passau-Veszprém e.V., Amanda Dropalla. Neben Landrat Martin Wolf und Scheyerns Bürgermeister Manfred Sterz ließen sich auch Abt Markus Eller sowie ein Großteil der Scheyrer Klostergemeinschaft die Premiere des Musicals an historischer Stätte unter dem allgegenwärtigen Scheyrer Kreuz nicht entgehen.
 

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