Wirtschaft will Zuzug von ausländischen Fachkräften erleichtern

Wirtschaft will Zuzug von ausländischen Fachkräften erleichtern

Wolnzach

Wolnzach, 20.04.2018 (hal/hr).

Foto:Pixelio/Rainer Sturm

Ausländer werden zu einer immer wichtigeren Stütze für den Arbeitsmarkt im Landkreis. Der Anteil der Beschäftigten ohne deutschen Pass ist in den vergangenen fünf Jahren von 7,8 auf 14,6 Prozent gestiegen. Weil der Fachkräftemangel zulegt und die Zahl der offenen Stellen weiter steigt, fordert die Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern jetzt eine Reform des Zuwanderungsgesetzes. „Das derzeitige Reglement geht an den Bedürfnissen der Wirtschaft vorbei.

Trotz Vollbeschäftigung gibt es große Personallücken in den Unternehmen, deswegen sind Zuwanderer mittlerweile ein wichtiges Fachkräftepotenzial“, sagt Eduard Kastner, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Pfaffenhofen.

Kastner betont, dass der Stellenaufbau im Landkreis bereits zu 35 Prozent von ausländischen Fachkräften getragen werde. Dabei stammen die meisten Neuankömmlinge aus EU-Ländern. Kritik äußerte Kastner vor allem an der Regelung für Drittstaaten. Er verwies auf die eingeschränkten und weitgehend nutzlosen Listen der Engpassberufe. „Wie andere Industrieländer brauchen wir eine gesteuerte Zuwanderung, die wirksam auf Engpässe am Arbeitsmarkt reagiert“, sagt Kastner.

Neben generellen Erleichterungen für Zuwanderer mit einem konkreten Jobangebot in Deutschland schlägt die IHK als zweite Schiene ihres neuen Zuwanderungsmodells ein Punktesystem vor. Wie etwa in Kanada könnten Einwanderer eine zunächst befristete Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis bekommen, wenn sie anhand von Kriterien wie Alter, Bildungsgrad, Qualifikationen, Sprachkenntnissen und Integrationsfähigkeit eine Mindestpunktezahl erreichen. Beide Zuwanderungskanäle, von Fachleuten als „marktorientiert“ respektive „potenzialorientiert“ bezeichnet, könnten über jährliche Kontingente fortlaufend an das Bevölkerungswachstum oder Konjunkturschwankungen angepasst werden.
 

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